Möbelhandel in Bonn

Zu viel Konkurrenz: Mambo schließt

Blick auf die Firmenzentrale an der Bornheimer Straße: Mitte April beginnt der Räumungsverkauf.

Blick auf die Firmenzentrale an der Bornheimer Straße: Mitte April beginnt der Räumungsverkauf.

Bonn. Das Bonner Traditionsunternehmen besteht seit mehr als 50 Jahren. Ende Juli ist jetzt Schluss. Rund 70 Mitarbeiter in vier Filialen sind betroffen.

Der Bonner Möbelhändler Mambo macht die Schotten dicht. Wie der Geschäftsführer Peter Kopprasch am Mittwoch im Gespräch mit dem General-Anzeiger bestätigte, war der Kundenschwund in den letzten Jahren so groß, dass es keine Zukunft mehr für das Traditionsunternehmen gibt, das sein Vater vor mehr als 50 Jahren gründete. Die Zahl der Kunden habe sich innerhalb von zehn Jahren halbiert. Am Montag hatte Kopprasch seine rund 70 Mitarbeiter informiert, die in den verbleibenden vier Filialen in Köln und Bonn arbeiten.

Als Gründe für die Geschäftsaufgabe nennt Kopprasch sowohl den Konkurrenzdruck in der Branche und aggressive Werbung der Mitbewerber als auch allgemeine Probleme, mit denen mittelständischen Unternehmer generell zu kämpfen haben. „Die Welt wird komplett globalisiert.“ Die großen Unternehmen machten sich immer breiter. Die Statistik des Handelsverbands Möbel und Küchen zeigt, dass sich zwischen 2014 und 2015 die Zahl der Einzelhändler in der Branche von 9248 auf 8865 verringert hat. Den größten Schwund gab es bei Firmen mit einem Umsatz unter einer Million Euro.

Insgesamt steht der Möbelhandel allerdings gut da. Die Umsätze mit Möbel-, Küchen- und Einrichtungsgegenständen steigen – im Jahr 2016 um 2,5 Prozent, eben auf weniger Wettbeweber verteilt. Erst vor Kurzem eröffnete in Pulheim das süddeutsche Unternehmen Segmüller ein großes Möbelhaus. Damit hatte sich der Druck auf die regionalen Händler erneut erhöht. Mambo ist nicht der erste in der Branche, der kapituliert. Im Januar hatte die Einrichtungskette Butlers Insolvenzantrag gestellt. So weit war es für Mambo allerdings noch nicht. Wie der Geschäftsführer mitteilte, werde alles „ordentlich abgewickelt“. Bestehende Aufträge würden noch ausgeführt.