Vorwurf der Untreue

Zeuge bestätigt Aussage von Ex-Sparkassen-Chef Schröder

Der Schriftzug Koelnmesse ist in Köln an einer Messehalle befestigt.

Der Schriftzug Koelnmesse ist in Köln an einer Messehalle befestigt.

Köln. Im Prozess um die Kölner Messehallen befasst sich das Landgericht mit dem zweiten Komplex, in dem es um Untreue geht. Verantworten müssen sich nun drei Angeklagte.

Im Prozess um den früheren Chef der Stadtsparkasse Köln, Gustav Adolf Schröder, seinen Vorstandskollegen Franz-Josef Schäfer und den Troisdorfer Bauunternehmer Josef Esch hat der Zeuge Helmut F. am Donnerstag die Aussagen Schröders und Schäfers zu den Vorwürfen der Untreue weitestgehend bestätigt. F. war der frühere Geschäftsführer der Sparkassen-Tochter SKBB, die in Geschäfte mit Eschfonds involviert war.

Während es in den Verhandlungstagen bisher um Korruption im Zusammenhang mit dem Bau der Kölner Messehallen ging, müssen sich die Angeklagten im zweiten Teil des Prozesses wegen Geschäften im Zusammenhang mit der TV-Produktiongesellschaft Magic Media Company (MMC) verantworten. Die Sparkasse war Anfang der 2000er einer von vier Gesellschaftern des Unternehmens und hatte gegenüber einem Eschfonds Mietgarantien für die MMC übernommen. Das Geschäft des Produktionsbetreibers lief jedoch schlecht, so dass ein Gesellschafter aussteigen wollte. Daraufhin gründetet die Sparkasse Vorratsgesellschaften, um die Anteile und Mietgarantien ebenfalls zu übernehmen.

Am Ende standen für die Sparkasse Verluste in zweistelliger Millionenhöhe. Schröder und Schäfer sollen Chancen und Risiken nicht abgewogen haben. Esch ist in diesem Komplex der Beihilfe zur Untreue angeklagt. Schröder begründet den Schritt damit, eine Insolvenz der MMC zu vermeiden. Das Image der Medienstadt stand auf dem Spiel. Ausgleichen wollte man die Verluste damals mit der Ansiedlung von RTL in Ossendorf, mit Provisionen aus einem weiteren Esch-Fonds. Das war damals mehr als unsicher, wie der Zeuge F. aussagt: Einen konkreten Mietvertrag mit RTL habe es nie gegeben.