Handwerkskammer-Bericht

Zehn Prozent mehr Ausbildungverträge im regionalen Handwerk

Jeder fünfte Auszubildende im regionalen Handwerk hat Abitur.

Jeder fünfte Auszubildende im regionalen Handwerk hat Abitur.

KÖLN/BONN. In der Region sind bis Ende Juli zehn Prozent mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Damit schneidet das Handwerk in der Region überdurchschnittlich ab. Auf Bundesebene beträgt das Plus 4,4 Prozent, in NRW knapp sechs Prozent.

„Das Handwerk ist wieder sexy“, freut sich Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der hiesigen Handwerkskammer. Sein Beleg: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres haben Handwerksunternehmen in der Region 2704 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das sei ein Zuwachs von 10,1 Prozent, so Weltrich. Damit schneidet das Handwerk in der Region überdurchschnittlich ab. Auf Bundesebene beträgt das Plus 4,4 Prozent, in NRW knapp sechs Prozent, so Weltrich.

Motor ist der Ausbildungsmarkt in Köln, wo die Zahl der Ausbildungsverträge um 38 Prozent zulegte, wobei traditionell rund die Hälfte der Auszubildenden aus Umlandgemeinden einpendelt. In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis betrug das Plus 5,8 Prozent. Insgesamt zahle sich aus, dass das Handwerk sich für eine Berufsorientierung in der Schule stark gemacht, mit einer Kampagne das Image der Branche gehoben und verstärkt um Abiturienten geworben habe. Auch die Quote der Abiturienten, die eine Ausbildung machen ist mit 20 Prozent in der Region höher als im Bundesschnitt.

Gute Konjunktur beflügelt Handwerks-Branche

Die gute Konjunktur beflügele die Nachwuchswerbung, so Weltrich. „Es spricht sich inzwischen herum, dass es in den Handwerksbranchen sichere Arbeitsplätze und gute Verdienstmöglichkeiten gibt“, betont er weiter. Erfahrene Gesellen könnten im Bereich Sanitär, Heizung, Klima oder im Maler- und Lackiererhandwerk 3000 Euro brutto im Monat verdienen. Außerdem gebe es die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen. Ein Meister, so Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Kammer und für Bildung zuständig, verdiene in seinem Leben 1,9 Millionen Euro, mit Bachelor-Abschluss betrage der Verdienst zwei Millionen.

Gestiegen auf inzwischen rund 30 Prozent ist auch der Anteil der Auszubildenden aus Zuwandererfamilien. Außerdem werden rund 400 Personen ausgebildet, die geflüchtet sind. Auch wenn sie nicht als Asylbewerber anerkannt werden, können sie eine Ausbildung machen und werden nach der sogenannten "3+2-Regelung" geduldet. Während der Ausbildung und zwei Jahre danach können sie in Deutschland leben und arbeiten. Gerade wird über eine längere Bleibeperspektive für integrierte Fachkräfte diskutiert.

Die guten Zahlen vom Ausbildungsmarkt sind erst ein Zwischenergebnis. Für das Gesamtjahr hofft Weltrich auf ein Plus von fünf Prozent bei neuen Ausbildungsverträgen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien im Schnitt erst 55 Prozent der Verträge eines Jahres abgeschlossen, so Eickhoff. Und 450 freie Lehrstellen hat allein die Ausbildungsplatzbörse der Kammer im Angebot. Wir haben noch einen Teich voller dicker Karpfen und suchen junge Leute, die die Angel auswerfen“, so Eickhoff. Ausbildungsvermittler der Kammer sind etwa unter 0221/2022144 zu erreichen.