Kommentar zu Allyouneed City

Widerspruch in sich

Das Onlineportal der Deutschen Post sollte auch neue Kunden in die Bonner Geschäfte locken.

Das Onlineportal der Deutschen Post sollte auch neue Kunden in die Bonner Geschäfte locken.

Bonn. Für die Bonner Händler, die sich engagiert haben, ist das plötzliche Aus bedauerlich. Der ein oder andere Unternehmer wird aber schon erfahren haben, ob es sich für ihn lohnt, stattdessen auf einen anderen Marktplatz im Internet zu gehen.

Derzeit weiß man nicht, wer wann den Daumen im Postkonzern über das Pilotprojekt Allyouneed City in Bonn gesenkt hat. Das abrupte Aus nach nicht einmal einem Jahr hat wohl in erster Linie damit zu tun, dass die Onlineplattform an dem größeren Marktplatz Allyouneed.com hängt. Die betreibt der Logistikriese bereits seit acht Jahren – nach eigener Aussage sind inzwischen rund 3000 Händler mit 15 Millionen Produkten und fünf Millionen registrierten Kunden angeschlossen.

Wie viel Geld die Post in diesen Marktplatz gesteckt hat, sagt sie nicht. Gewinnbringend ist es jedenfalls nicht gewesen. Die Platzhirsche heißen nun einmal Amazon und Ebay, und gegen die kommt offensichtlich auch der weltgrößte Logistikdienstleister nicht an. Insofern ist die Entscheidung im Posttower unternehmerisch gedacht richtig, die Reißleine zu ziehen.

Für die Bonner Händler, die sich engagiert haben, ist das plötzliche Aus bedauerlich. Der ein oder andere Unternehmer wird aber schon erfahren haben, ob es sich für ihn lohnt, stattdessen auf einen anderen Marktplatz im Internet zu gehen. Wahrscheinlich war die Idee von Anfang an falsch gedacht: Das Web ist eine globale Angelegenheit. Ein lokales Onlineportal ist hier möglicherweise ein Widerspruch in sich.