Digitale Stadtentwicklung

Wenn die Luft per App überwacht wird

Alles mit jedem vernetzt: Mit sogenannten Smart Cities geht die Digitalisierung in die nächste Stufe.

Alles mit jedem vernetzt: Mit sogenannten Smart Cities geht die Digitalisierung in die nächste Stufe.

Bonn. Die UN-Initiative United Smart Cities und die Deutsche Telekom gehen eine Partnerschaft ein, um neue Lösungen zu entwickeln.

Ob eine Stadt als clever zu bezeichnen ist, hängt nach herkömmlicher Betrachtung vor allem von den Entscheidungen des Stadtrates, der Verwaltung und der Bürgermeister ab. Künftig wird die Auswahl der richtigen Technologie eine größere Rolle spielen. Dafür hat sich der Begriff Smart Cities (Clevere Städte) durchgesetzt.

In einer Smart City sollen Technologien aus den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtplanung, Verwaltung und Kommunikation so miteinander vernetzt werden, dass sich die Lebensqualität für die Bewohner steigert. Gleichzeitig soll die Nachhaltigkeit der Stadtentwicklung davon profitieren. Energiesparende Straßenbeleuchtung über LED und Parkplatzbuchung per App, um Suchverkehr zu vermeiden, sind zwei Beispiele. Auch der Ansatz, Bürgerdienste stärker über das Internet erledigen zu können, gehört dazu.

Die UN-Initiative United Smart Cities (USC) und die Deutsche Telekom haben am Montag eine Zusammenarbeit angekündigt. Das USC-Programm ist eine weltweite Initiative, die von der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit der Organisation für Internationale Wirtschaftsbeziehungen ins Leben gerufen und koordiniert wird. Durch das Programm sollen Partnerschaften zwischen Städten und der Privatwirtschaft aufgebaut werden.

„Unsere Partnerschaft mit der Deutschen Telekom ermöglicht es, diese Lösungen zu entwickeln und zu präsentieren“, erläuterte USC-Chefin Kari Aina Eik am Montag in Bonn. Die Partnerschaft befasse sich mit Schlüsselfragen, mit denen sich Städte heute konfrontiert sehen. Dazu gebe es Projekte und Lösungen in Zusammenarbeit mit Städten auf der ganzen Welt. Die UN-Initiative ist auch bereits wie weitere Konzerne – wie beispielsweise Siemens – Partnerschaften eingegangen. Am Montag trafen sich in Bonn Vertreter von rund 100 Städten, um sich gegenseitig Vorreitermodelle vorzustellen. Auch die Stadt Bonn war vertreten. „Städte sind die Drehscheiben der Zukunft und brauchen individuelle integrierte Lösungen für die Bewältigung ihrer Herausforderungen“, betonte Eik. Es seien gar nicht unbedingt die größten Städte der Welt, die Lösungen voranbrächten. Gelegentlich hänge es einfach davon ab, wie technikaffin der Bürgermeister sei.

Intelligente Straßenbeleuchtung

Zunächst liege der Schwerpunkt der Partnerschaft auf der Umsetzung von Lösungen, die die dringendsten Bedürfnisse einer Stadt erfüllen. Dazu gehören intelligente Straßenbeleuchtung, Luftqualitätsüberwachung oder intelligentes Parken, erläuterte Telekom-Projekteiter Markus Keller. Die Daten würden dann zu Smart-City-Anwendungen zusammengeführt. Ein sogenanntes Bürgermeister-Dashboard oder eine Bürger-App verbinde individuelle Lösungen miteinander.

Städte sollen die Daten mit Unternehmen und Hochschulen austauschen, um Entwicklungen voranzutreiben. USC und Deutsche Telekom unterstützten diese Entwicklung durch die Bereitstellung eines Datenmarktplatzes, so Keller. Damit sei es möglich, Daten auf der Grundlage von Datenzugriffsrichtlinien auszutauschen, die eine Stadt festlegt, und detailliertere Analysen zu machen. Smart-City-Lösungen zwischen Städten auf der ganzen Welt können anschließend integriert werden. Auf diese Weise entstehe eine globale Gemeinschaft von Smart Cities.

Die wichtigste Etappe, die eine Stadt auf dem Weg des digitalen Wandels durchlaufe, sei die Einbeziehung der Bürger, so Keller. Die beiden Partner wollen daran arbeiten, eine direkte Beteiligung der Bürger in der Smart City zu integrieren. In diesem Zusammenhang sei der Zugang zu Technologie auch als Grundlage für Ziele wie soziale Inklusion, Demokratie und Unternehmertum zu verstehen.

Mehr über über United Smart Cities: http://www.unitedsmartcities.org