Funktionen werden übertragen

Volksbank Köln Bonn schließt 14 von 56 Filialen

Wird geschlossen: Die Filiale an der Bonner Oxfordstraße.

Wird geschlossen: Die Filiale an der Bonner Oxfordstraße.

Köln/Bonn. 14 von 56 Filialen der im vergangenen Jahr durch Fusion entstandenden Volksbank Köln Bonn werden schließen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Im Jahr nach der Fusion schreitet die Umstrukturierung bei Volksbank Köln Bonn voran. Nachdem das Instituts bereits den Abbau von 105 der rund 900 Stellen angekündigt hatte, wird jetzt bei den Filialen der Rotstift angesetzt. Insgesamt 14 von 56 Niederlassungen in beiden Städten sollen schließen, heißt es in einer Mitteilung von Donnerstag.

Zwischen Januar und Juni 2019 werden die Funktionen der betroffenen Filialen an benachbarte Niederlassungen übertragen. Die Kunden sollen schriftlich über die Änderungen informiert werden.

In Bonn und Umgebung sind die Niederlassungen in Rottbitze (Aegidienberg), Pützchen, Oxfordstraße, Duisdorf (Bonn), Hersel, Dollendorf (Königswinter) und Walberberg betroffen. Bei vier der sieben Standorte handelte es sich bereits um sogenannte Beratungsfilialen, die nur für vereinbarte Gespräche besetzt wurden. Die sieben betroffenen Kölner Filialen boten den Kunden bisher vollständige Dienstleistungen an. Zu den bisher 56 Niederlassungen betreibt die Bank neun Standorte mit Selbstbedienungs-Terminals, etwa für Überweisungen, Ein- und Auszahlungen. Die Volksbank Köln Bonn gab als Grundlage für ihre Entscheidung an, der Weiterbetrieb der 14 Filialen stehe nicht mehr im Verhältnis zu den anfallenden Kosten. Die Kunden erledigten ihre Bankgeschäfte zunehmend im Internet.

„Die aktuelle und die prognostizierte Kundenfrequenz für einzelne Geschäftsstellen ist stark rückläufig“, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Außerdem verweist die Bank darauf, dass „der Gesetzgeber durch extrem hohe Anforderungen“ die Beratungen sowohl im Kredit- als auch im Wertpapierbereich in den kleineren Geschäftsstellen erschwere. „Es geht darum, die Zukunft der Bank langfristig zu sichern“, heißt es weiter.

Bereits bei der Vorstellung der Jahresbilanz im März dieses Jahres hatten sich die Volksbanker eher zurückhaltend zur Zukunft der einzelnen Standorte geäußert. Das fusionierte Institut mit rund 900 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von rund fünf Milliarden Euro sieht sich von wachsender Konkurrenz im Feld der Genossenschaftsbanken umgeben. Zuletzt hatte die in der Region vertretene Sparda-Bank West eine Fusion mit der Sparda-Bank Münster angekündigt. Gemeinsam kommen die Institute auf eine Bilanzsumme von 11,3 Milliarden Euro. Im Köln/Bonner Umland formiert sich mit der für das Jahr 2020 angekündigten Fusion der VR-Bank Rhein-Sieg und der VR-Bank Oberberg ein weiteres Großinstitut, das mit einer Bilanzsumme von rund 5,9 Milliarden Euro die Volksbank Köln Bonn voraussichtlich überholen wird. Branchenkenner erwarten zudem, dass die Welle der Zusammenschlüsse bei den Genossenschaften noch weiter ansteigt.

Aber auch die Sparkassen haben ihr Filialnetz in der Region zum Teil bereits deutlich ausgedünnt. Die Kreissparkasse Köln hat im Juni dieses Jahres angekündigt, die Zahl ihrer Niederlassungen von 158 um 45 zu verringern. Die Sparkasse Köln-Bonn hatte schon im Jahr 2016 Filialschließungen angekündigt. Außerdem will das kommunale Geldinstitut Stellen abbauen.