Kommentar zur Übernahme von Unitymedia durch Vodafone

Verbraucher profitieren

Im Angriffsmodus: Telekom-Chef Timotheus Höttges.

Im Angriffsmodus: Telekom-Chef Timotheus Höttges.

Bonn. Wenn Vodafone den Kölner Kabelnetzbetreiber Unitymedia übernimmt, kann das den Wettbewerb sogar beleben. Dann profitieren auch Verbraucher.

Der Wettbewerb der Verkäufer um die Gunst der Käufer ist das wichtigste Gestaltungselement der Marktwirtschaft. Ihn gilt es also zu erhalten. In der Theorie so einfach, in der Praxis so schwer. Fast kein Markt verfügt über die idealtypische Vielzahl kleiner Anbieter. Schon gar nicht der Telekommunikationsmarkt, der ja aus Monopolzeiten kommt. Die Telekom hat sich in den vergangenen 20 Jahren erfolgreich im Wettbewerb behauptet.

Die geplante Übernahme von Unitymedia durch Vodafone muss dem Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt nicht schaden. Sie kann ihn sogar fördern. Denn auf dem Weg zu zukunftsträchtigen Netzen müssen Milliarden investiert werden. Der Wettbewerbsdruck auf die Telekom wird zunehmen, weil ihr ein mächtiger Gegenspieler erwächst. Das sorgt zu Recht bei der Telekom für Stirnrunzeln. Doch Verbraucher werden vom Konkurrenzkampf profitieren.

Der Begriff Multimedia ist außer Mode gekommen, doch er beschreibt, was Kunden wollen: Günstige Angebote gerne als Bündel aus Internet, Fernsehen und Telefonie. Über welches Kabel das Angebot kommt, ist letztlich egal.Was wichtig bleibt: Die Netze müssen für Wettbewerber offen sein, die darüber eigene Dienste anbieten. Beim TV-Kabel muss das eine Auflage der Genehmigung sein.