Vor Fusion

Unitymedia gewinnt Kunden

Bundeskartellamt in Bonn

Bundeskartellamt in Bonn

Köln/Bonn. Das Kartellamt überprüft die Fusion von Unitymedia mit Vodafone. Mitte Oktober war das Vorhaben bei der Europäischen Kommission angemeldet worden.

Das Bundeskartellamt will über die Fusion von Vodafone und Unitymedia entscheiden. Das Bundeskartellamt habe am Donnerstag im Einvernehmen mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Verweisung des Fusionsfalles Vodafone/Liberty beantragt, soweit sich dieser Zusammenschluss auf Märkte in Deutschland auswirkt, so die Behörde. Vodafone will für 18,4 Milliarden Euro Unitymedia und Osteuropaaktivitäten des US-Konzerns Liberty Global kaufen.

Mitte Oktober war das Vorhaben bei der Europäischen Kommission angemeldet worden. „Unserer Ansicht nach bietet sich der Fall für eine Teilverweisung an“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Dies ist nach EU-Recht möglich. Die Wettbewerbsbehörde könnte eine Übernahme verbieten oder hohe Auflagen verhängen.

„Hinsichtlich der Übernahme von Unitymedia durch Vodafone gibt es einen konstruktiven Dialog mit den Kartellbehörden. Wir gehen von einer positiven Entscheidung aus“, sagte Unitymedia-Chef Winfrid Rapp. Die Mitarbeiter seien nicht beunruhigt wegen der möglichen Übernahme. Verstärkte Fluktuation gebe es nicht, Unitymedia habe stabil 2700 Mitarbeiter. Im dritten Quartal sei Unitymedia weiter gewachsen. Das Unternehmen habe 56 000 Internet-, Telefon- und TV-Abonnements gewonnen. 7,2 Millionen Kunden bezögen 13,2 Millionen Dienste. Der Umsatz im dritten Quartal sei um fünf Prozent auf über 614 Millionen Euro gestiegen. Wachstumstreiber seien vor allem hohe Internetgeschwindigkeiten. Über 80 Prozent der Neukunden buchten Geschwindigkeiten von 150 Mbit pro Sekunde und mehr. Im Dezember werde in Köln eine Geschwindigkeit von einem Gigabit angeboten, so Rapp.