Troisdorfer Maschinenbauer peilt Umsatzrekord an

Der Troisdorfer Maschinenbaukonzern Reifenhäuser präsentiert sich im 100. Jahr seines Bestehens in Bestform. Dank guter Konjunktur legt der Umsatz bei dem Familienunternehmen hoch zweistellig zu. Auch die Zahl der Arbeitsplätze wächst.

Troisdorf. Der Troisdorfer Maschinenbaukonzern Reifenhäuser präsentiert sich im 100. Jahr seines Bestehens in Bestform. Dank guter Konjunktur legt der Umsatz bei dem Familienunternehmen hoch zweistellig zu. Auch die Zahl der Arbeitsplätze wächst.

"Wir arbeiten nach wie vor an der Kapazitätsgrenze", sagte am Freitag Ulrich Reifenhäuser, der das Unternehmen zusammen mit seinen beiden Brüdern Bernd und Klaus in dritter Generation führt. Dass sich die Weltkonjunktur jetzt etwas beruhige, komme dem Unternehmen gelegen. "Unsere Auftragsbücher sind prall gefüllt. Wir sind für das laufende Jahr schon ausgebucht, teilweise auch schon für das nächste", sagte Reifenhäuser.

Das Unternehmen stellt sogenannte Extruder für die Kunststoff verarbeitende Industrie her. Mit diesen Maschinen können Industriekunden zum Beispiel Folien oder andere Gegenstände aus Kunststoff produzieren. Der Exportanteil liegt bei über 90 Prozent. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit mittlerweile wieder mehr als 1 200 Mitarbeiter, davon rund 800 in Troisdorf.

In Worms und Lampertheim gibt es zwei kleinere Standorte mit 220 und 60 Mitarbeitern, in Schanghai eine Montage mit 60 Leuten. Nachdem im Geschäftsjahr 2008/2009 (30. Juni) wegen der Wirtschaftskrise der Umsatz kräftig eingebrochen war und das Unternehmen rote Zahlen schrieb, geht es seitdem in großen Schritten aufwärts.

Mit knapp 400 Millionen Euro Umsatz lagen die Erlöse im gerade zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2010/2011 um knapp ein Drittel über dem Vorjahreswert und fast ebenso deutlich über dem Umsatz vor der Krise. "Die Schwelle von einer halben Milliarde haben wir im Fadenkreuz", sagte Reifenhäuser.

Nach wie vor suche das Unternehmen Fachkräfte, vor allem Maschinenbau-Ingenieure. In den vergangenen beiden Jahren entstanden bei Reifenhäuser wieder rund 50 neue Arbeitsplätze, nachdem das Unternehmen zuvor knapp 80 Stellen gestrichen hatte, bedingt allerdings durch die damalige Übernahme des Wormser Konkurrenten Kiefel.

Das starke Umsatzwachstum verdanke Reifenhäuser auch den hohen Investitionen der Vergangenheit, sagte ein Sprecher. In den letzten fünf Jahren wurden allein mehr als 30 Millionen Euro in den Aufbau eines großen Folientechnikums sowie eines großen Vliesstofftechnikums investiert.

An die Ursprünge des Unternehmens erinnert Reifenhäuser an diesem Wochenende mit einem Festprogramm. 1911 hatte der Schlossermeister Anton Reifenhäuser eine kleine Schmiede in Troisdorf gegründet. 1948 begannen seine Söhne Hans und Fritz mit dem Bau von Extrudern für die damals noch junge Kunststoffindustrie.