Tourismus GmbH vermarktet Bad Honnef weiter

Die Stadt steigt aus der Gesellschaft aus, bezahlt aber mit Aufschlag für Einzelmaßnahmen

Bad Honnef. Bad Honnefs Stadtoberhaupt Peter Brassel sprach von einem "guten Klima", sein Königswinterer Amtskollege Peter Wirtz lobte die "entspannte, positive und konstruktive Atmosphäre". Ruhe scheint in die von den Städten Bad Honnef und Königswinter im Jahre 1996 gegründete Tourismus GmbH eingekehrt zu sein. Dies, obwohl in der jüngsten Gesellschafterversammlung ein unangenehmes Thema zu behandeln war, nämlich das Ausscheiden der Stadt Bad Honnef aus der Gesellschaft.

Eine "tragfähige Lösung" habe man erarbeiten können, befand Bürgermeister Peter Wirtz in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tourismus GmbH, die aus Honnefer Sicht reichlich in die Schusslinie geraten war, da sie angeblich zuwenig für die einstige Badestadt im Außenmarketing unternehme.

Statt dessen liege ein zu deutlicher Akzent auf den Belangen der Stadt Königswinter, die somit bevorzugt werde. Dies war den gewählten Bad Honnefer Entscheidungsträgern kein weiteres 90 000 Euro-Engagement im Jahr wert.

Außerdem sei ohnehin nicht zu erwarten, dass die Gesellschaft jemals Gewinne erwirtschaften werde. Bad Honnef, so Königswinters Bürgermeister Wirtz, werde auch in Zukunft von der Gesellschaft mit vermarktet. Aber: Hierfür muss die Stadt natürlich tief ins Portemonnaie greifen.

Wenngleich Wirtz auch keine Details nennen wollte, so ließ er doch durchblicken, dass die Gesellschaft künftig gegen Bezahlung als Dienstleister für die Stadt Bad Honnef tätig sein wird. Dies aber nicht zu den Konditionen, die beispielsweise die Gesellschafter Königswinter und Unkel genießen. Heißt: Wenn die Tourismus GmbH für Bad Honnef tätig wird, dann wird ein "Aufschlag" fällig. "Das dürfte für jeden nachvollziehbar sein", meinte Wirtz hierzu.

In jedem Fall soll die Tourismus GmbH ihre Existenzberechtigung behalten und fortgeführt werden. Nach dem Ausstieg der Stadt Bad Honnef aus der Gesellschaft und den damit verbundenen Mindereinnahmen, war in Frage gestellt, ob die Gesellschaft wirtschaftlich überleben könne. Wirtz: "Es wird die Tourismus GmbH auch künftig geben. Alle Einzelheiten werden wir nun mit den zuständigen Gesellschaftergremien diskutieren."

Der Geschäftsführer der GmbH, Oliver Bremm, reagierte erleichtert auf die Perspektive, die seine Gesellschaft nun hat.