Kommentar zu Ford

Tiefgreifender Wandel

In der Produktion im Kölner Ford-Werk: Das Europa-Geschäft trägt nur minimal zum Gewinn des US-Autobauers bei.

In der Produktion im Kölner Ford-Werk: Das Europa-Geschäft trägt nur minimal zum Gewinn des US-Autobauers bei.

Köln. Die Autobranche steht vor einem massiven Umbruch. Einige Hersteller wollen Tausende Stellen streichen - so auch Ford. Was die Autobauer brauchen, ist eine nachhaltige Strategie, kommentiert Dominik Pieper.

Sparen, schrumpfen, schlanker werden: Das scheint in der Automobilindustrie das Gebot der Stunde zu sein. Mit seinem Stellenabbau steht Ford nicht alleine da. Auch VW kündigte den Abbau von 7000 Stellen an, Audi hat schon mal eine Nachtschicht in Ingolstadt gestrichen und deutete bereits ebenfalls einen Jobabbau an. Keine Frage: Die Autobranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. E-Mobilität, selbstfahrende Autos, Carsharing – das sind die Herausforderungen der Zukunft, und das sorgt für Druck bei den einzelnen Herstellern. Und zu mancher neuer Kooperation.

Auch Ford muss sich dem stellen. Das schwache Europageschäft erschwert dem US-Autobauer die Neuausrichtung. Deshalb sollen nun kräftig Kosten gesenkt werden – Leidtragende sind letztlich die Mitarbeiter. Es braucht jetzt eine klare Strategie für die kommenden Jahre, durch die Ford in Europa aus den roten Zahlen kommt und wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken kann.

Ob Opel als Vorbild taugt? Warum nicht. Als verlustreiche Tochter von GM an den PSA-Konzern verkauft, überraschte die Marke zuletzt mit dem ersten Gewinn seit rund 20 Jahren. Sicherlich war und ist der Sanierungskurs der Opelaner mit manchem Opfer verbunden. Aber die vor einigen Jahren bereits totgesagte Marke hat wieder Perspektiven. So will sie unter PSA-Regie wieder auf dem russischen Markt Fuß fassen, von dem sich Opel vor Jahren zurückgezogen hatte.