Telekom: Dividende in bar

Telekom zahlt Dividende nicht mehr in Form von Aktien

Ein Frau tippt auf ihr Smartphone, auf dem ein Telekom-Logo zu sehen ist.

Ein Frau tippt auf ihr Smartphone, auf dem ein Telekom-Logo zu sehen ist.

Bonn/KÖLN. Der Bonner Konzern ändert seine Finanzierungsstrategie. In fünf Jahren hat die Telekom 5,6 Milliarden Euro neues Kapital geschaffen.

Unternehmen, die kein Geld verlieren und gleichzeitig ihr Eigenkapital erhöhen wollen, bieten den Aktionären an, Dividenden nicht bar, sondern in Form neuer Aktien zu beziehen. Die Deutsche Telekom hat diese Finanzierungsstrategie fünf Jahre lang praktiziert, sich jetzt aber davon verabschiedet. Die Dividende für 2017 (65 Cent je Aktie) konnte nicht mehr automatisch in neue Aktien „umgewandelt“ werden.

Ein Sprecher erklärt das vor allem damit, dass die US-Tochter T-Mobil mittlerweile besser dastehe, dass sie ihre Investitionen aus eigener Kraft finanzieren könne und nicht mehr auf Hilfe der Mutter angewiesen sei. Telekom müsse ihre Finanzkraft nun nicht weiter stärken. Nach den Angaben hat der Konzern aus den Ergebnissen von 2012 bis 2016 (Dividendentermine von 2013 bis 2017) insgesamt 5,6 Milliarden Euro nicht als Dividende ausgezahlt, sondern als Zuwachs des Aktienkapitals verbucht. Zwischen knapp 40 Prozent bis fast 50 Prozent der dividendenberechtigten Aktien schwankte die Quote derer, die in diesen Jahren Aktien statt Dividende wählten. Die Zahl der Aktien stieg um 440 Millionen auf 4,76 Milliarden.

Diese „Verwässerung“ des Aktienkapitals ist die Kehrseite der Medaille. Auch bei gleichbleibendem Dividendensatz steigt die Ausschüttungssumme, weil die Zahl der Aktien zunimmt. Anleger, die Dividende kassieren (statt neue Aktien zu wählen), müssen mit einem leichten Rückgang ihrer Beteiligungsquote rechnen. Der Telekom-Sprecher räumt ein, dass nicht alle institutionellen Investoren von fortlaufenden Kapitalaufstockungen ohne besondere Begründung begeistert waren.

Im Übrigen ist das Kapital der Telekom, wie auch das anderer Dax-Konzerne, überwiegend in Händen ausländischer Anleger. Deutsche halten 35,2 Prozent, davon allein der Bund direkt und indirekt (über die KfW) fast 32 Prozent.