T-Systems erhält neuen Chef

Telekom trennt sich von Reinhard Clemens

Der 57-jährige Reinhard Clemens verlässt die Deutsche Telekom.

Der 57-jährige Reinhard Clemens verlässt die Deutsche Telekom.

Bonn. Die Deutsche Telekom hat sich von Reinhard Clemens getrennt. Der 57-Jährige war zehn Jahre lang Chef bei T-Systems. Der Nachfolger steht offenbar fest, ist aber noch nicht bekannt.

Nach fast zehn Jahren an der Spitze von T-Systems, der Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom, hat sich der Konzern von Reinhard Clemens getrennt. Der Aufsichtsrat traf die Personalentscheidung am Mittwoch in Bonn. Dessen Vorsitzender Ulrich Lehner kommentierte den Wechsel mit den Worten: „Reinhard Clemens hat in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld dem Unternehmen wichtige Impulse gegeben.“ So drückt man es aus, wenn trotz einiger Erfolge die Zahlen unter dem Strich nicht das erwartete Ergebnis bringen.

Der 57-jährige Clemens konnte sich immerhin länger als jeder andere auf dem Chefsessel bei T-Systems halten. Als er 2007 anfing, gab es noch Verkaufsgerüchte um das erst 2000 von der Telekom ausgegründete Unternehmen, das sich später den IT-Dienstleister Debis Systemhaus einverleibte. Weitere Zukäufe und Übernahmen durch Outsourcing anderer Unternehmen kamen hinzu. In der Belegschaft, die in den vergangenen zehn Jahren von rund 56 000 auf gut 37 000 Mitarbeiter schrumpfte, führten die ständigen Umstrukturierungen zu Unruhe und Unsicherheit. Derzeit sind noch etwa 18 000 Stellen in Deutschland.

Die Kommunikationsgewerkschaft DPV erklärte: „Wir erwarten von dem oder der Nachfolgerin, dass die Sicherung der Arbeitsplätze oberste Priorität hat. So darf es beispielsweise keine weitere Verlagerung von Tätigkeiten ins Ausland geben. Außerdem müssen neue Geschäftsfelder erschlossen werden, die zur Beschäftigungssicherung beitragen.“

Clemens, der Elektrotechnik in Aachen studierte, hat das Cloudgeschäft, also die Bereitstellung von Rechner- und Speicherkapazitäten ins Internet, zum Motor von T-Systems gemacht. 2016 erzielte das Unternehmen rund 7,9 Milliarden Euro Umsatz mit externen Kunden, wovon 1,1 Milliarden Euro auf das Cloud-Computing entfielen. Die Wachstumsraten in diesem Feld lagen zuletzt immer im zweistelligen Bereich, wie Telekom-Sprecher Harald Lindlar berichtete, während der sonstige Umsatz nur um etwa drei Prozent zulegte. Die Nachfolge für Clemens, der zum 1. Januar 2018 ausscheidet, ist laut Telekom bereits geregelt, der Name wurde aber noch nicht bekannt. Clemens werde ihn einarbeiten, hieß es.