Gewerkschaft verklagt Vapiano

Streit um Wahl des Betriebsrates in Bochum

Vapiano betreibt ein Restaurant in der Bonner Ollenhauerstraße.

BOCHUM/BONN. Ärger mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat sich die Bonner Restaurantkette Vapiano eingehandelt. Weil in der Bochumer Filiale der Bonner Systemgastronomen die Bildung eines Betriebsrates massiv behindert worden sei, stellte die Gewerkschaft am vergangenen Freitag Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Bochum.

Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen seien Mitarbeiter, die versucht hatten, unter den mehr als 80 Vapiano-Beschäftigten in Bochum einen Betriebsrat zu gründen, eingeschüchtert worden. Zwei Mitarbeitern des dortigen Wahlvorstands sei sogar gekündigt worden.

Vapiano bestätigte am Montag zwar die Kündigungen, wies aber die Vorwürfe zurück. Die gekündigten Mitarbeiter hätten vielmehr ihrerseits zuvor die Belegschaft unter Druck gesetzt. Gleichwohl mache Vapiano der Gewerkschaft ein Gesprächsangebot. Das Unternehmen habe "rein gar nichts gegen Betriebsräte", sagte Vapiano-Vorstandschef Gregor Gerlach.

Vapiano betreibt nach eigenen Angaben weltweit 126 Restaurants in 26 Ländern - teils als Franchisegeber, teils in Eigenregie. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nach NGG-Angaben einen Umsatz von 300 Millionen Euro angestrebt. Einen Betriebsrat gibt es in Deutschland bisher nur in der Filiale eines Franchise-Partners in Dortmund.