Flughafen Köln/Bonn

Streit um Prämien in Köln/Bonn

Das Sicherheitspersonal sieht sich benachteiligt.

Das Sicherheitspersonal sieht sich benachteiligt.

Köln. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert die Ungleichbehandlung von Sicherheitspersonal der Firma Kötter an den NRW-Flughäfen.

Die Gewerkschaft Verdi sieht Kötter-Sicherheitspersonal am Flughafen Köln/Bonn gegenüber Kollegen in Düsseldorf benachteiligt. Während es in Düsseldorf eine Prämie für das laufende und die kommenden September-Wochenenden gebe, zahle Kötter in Köln/Bonn eine derartige Prämie nicht. „Gleichbehandlung sieht anders aus“, kritisiert Verdi-Sekretär Özay Tarim. Peter Lange, Geschäftsführender Direktor von Kötter Aviation, weist das zurück. In Düsseldorf gebe es eine maßgeschneiderte Spezialprämie, um zusätzliche Motivation für besondere Anforderungen zu bieten. An unterschiedlichen Standorten gebe es unterschiedliche Maßnahmen, so seit geraumer Zeit auch in Köln/Bonn.

Wer in Düsseldorf Freitag bis Montag ohne Dienstabbruch in der Schicht arbeitet, bekommt für die Schichtstunden einen Wochenendzuschlag von 2,45 Euro pro Stunde. Dadurch steigt der Stundenlohn auf 19,50 Euro. Bei einer Schicht von sieben Stunden steigt der Lohn von 119,35 Euro auf 136,50 Euro, rechnet Kötter in einem Aushang vor. Der September sei einer der fluggaststärksten Monate des Jahres, so Kötter. Und gerade an den Wochenenden in Düsseldorf gibt es besonders viele Fluggäste.

Es ist nicht die einzige Prämie, die Kötter in Düsseldorf zahlt. Wer an den drei Wochenenden keinen Fehltag hat, bekommt laut Aushang eine Zusatzvergütung von 100 Euro. Außerdem erhält der, der nach einer Schicht von sechs Tagen statt drei regelfreien Tagen nur zwei Tage frei nimmt, auch 100 Euro. Diese Prämie gibt es laut Tarim auch in Köln/Bonn.

Ziel der Prämien ist es, ausreichend Personal für die Kontrollen zu haben. Probleme gab es da im abgelaufenen Jahr in Düsseldorf. Die habe Kötter gelöst, so Lange: „Derzeit haben wir dort 1030 Mitarbeiter.“ Das seien genug, um die Kontrollstundenanforderung der Bundespolizei, die sich am Passagieraufkommen orientiert, zu erfüllen. Probleme bereitet aber ein Krankenstand von 18 Prozent in Düsseldorf und Köln/Bonn.

Es gebe Kontrollzeiten von mehr vier Stunden, so Tarim. Das sei zu lang, um die Konzentration hoch zu halten und belaste die Mitarbeiter. Lange berichtet dagegen von Standzeiten von 2,5 bis 2,8 Stunden in Köln und Düsseldorf im Durchschnitt. Arbeitsmedizinische Stellungnahmen belegten, dass Einsatzzeiten ohne Pausen von drei bis dreieinhalb Stunden an der Kontrollstrecke unkritisch seien. Daran würde sich Kötter in Köln und Düsseldorf halten. Ausnahmen müssten etwa in Ferienzeiten möglich sein. Die Prämie für Düsseldorf sei auch keine Retourkutsche dafür, dass der Betriebsrat in Köln/Bonn eine zeitlich begrenzte Versetzung von Mitarbeitern aus Köln/Bonn nach Düsseldorf abgelehnt habe, so Lange.