Endspiel auf dem Telekom-Markt

Streit um Mobilfunkstandard G5

Glasfaserkabel werden verlegt.

Glasfaserkabel werden verlegt.

Niederkassel. Kleinere Anbieter befürchten Nachteile beim Aufbau der nächsten Mobilfunkgeneration 5G. Auch in der Politik und den zuständigen Behörden sind harte Diskussionen darüber entbrannt, wie die Regeln für den Ausbau des Netzes gestaltet werden sollen.

Der Chef des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, nennt es das „Endspiel“ auf dem Telekommunikationsmarkt: Der Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration 5G elektrisiert nicht nur die Branche. Auch in der Politik und den zuständigen Behörden sind harte Diskussionen darüber entbrannt, wie die Regeln für den Ausbau des Netzes gestaltet werden sollen. Die im Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) zusammengeschlossenen 107 Unternehmen befürchten, dass sie bei der Vergabe der 5G-Lizenzen gegenüber den drei großen Mobilfunkbetreibern den Kürzeren ziehen werden. Derzeit sind die Deutsche Telekom, Telefonica und Vodafone in Deutschland mit eigenen Mobilfunknetzen vertreten. Die Bundesnetzagentur hatte kürzlich die Regeln für die Versteigerung der 5G-Lizenzen im nächsten Frühjahr festgelegt. Ursprünglich war vorgesehen, für den Aufbau des 5G-Marktes auch regionale Lizenzen zu vergeben. Doch wie das geschehen soll, sei noch ungewiss. Zunächst würden die nationalen Lizenzen versteigert.

In den Beschlüssen der Bundesnetzagentur sei zunächst nur noch von lokalen Lizenzen die Rede, erläuterte Bluglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer am Donnerstag am Rande des Jahreskongresses in Niederkassel. Sie seien ursprünglich für große Industrieunternehmen vorgesehen gewesen, die auf ihrem eigenen Firmengelände 5G-Dienste aufbauen wollen, um beispielsweise Entwicklungen wie das autonome Fahren voranzutreiben.Im Buglas sind Firmen zusammengeschlossen, die selbst Glasfasernetze ausbauen. Dazu gehören kommunale Stadtnetzbetreiber wie Netcologne. „Es ist wichtig, dass die Entwicklung in den Kommunen vorangetrieben wird, indem die Bundesnetzagentur regionale Lizenzen vergibt“, sagte Buglas-Präsident Theo Weirich.

Netcologne, großer Festnetzbetreiber in Köln, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, hat den Plan, das 5G-Netz im Kölner Stadtgebiet vollständig auszubauen. „Dazu kalkulieren wir mit Investitionen von 80 Millionen Euro“, sagte Pressesprecherin Verena Gummich dem General-Anzeiger. Es würden 350 bis 450 neue Mobilfunkmasten errichtet, meist auf Dächern von Häusern. Außerdem müssten in Köln 50 Kilometer neue Glasfaserkabel verlegt werden. „Das ist für uns ein großer Kraftakt“, sagte Gummich. Mit dem Ausbau wolle man Erfahrungen sammeln und schauen, ob man auch Bonn erschließe. Derzeit sei es schwierig, Tiefbauer und auch Elektriker zu finden. Das verzögere bei vielen Firmen den Netzausbau.