Banken-Fusion in der Region

Sparda-Bank West expandiert nach Münster

Die Sparda-Bank an der Bonner Wesselstraße. FOTO: FROMMANN

Die Sparda-Bank an der Bonner Wesselstraße. FOTO: FROMMANN

Düsseldorf/Bonn. Genossenschaftliche Geldinstitute fusionieren rückwirkend zum Jahresbeginn. Vier Filialen in Bonn und Siegburg gehören zu der Bankengruppe. Alle Standorte sollen erhalten bleiben.

Die Sparda-Bank West fusioniert rückwirkend zum Jahresbeginn mit der Sparda-Bank Münster. Das teilte das genossenschaftliche Geldinstitut am Freitag mit. Gemeinsam kommen die beiden Banken auf ein Bilanzvolumen von rund 11,3 Milliarden Euro bei rund 720 000 Kunden und steigen damit nach eigenen Angaben unter Top fünf der deutschen Genossenschaftsbanken auf. Das neue Geschäftsgebiet reicht vom südlichen Rand Nordrhein-Westfalens bis zu den ostfriesischen Inseln.

Die Münsteraner gehen dabei als deutlich kleineres Institut (2,5 Milliarden Euro Bilanzsumme und 15 Filialen) in der Sparda-Bank West auf, die ihren Namen und ihren Hauptsitz Düsseldorf in die Fusion einbringt. Das hat für die Kunden der Sparda-Bank West Vorteile: Kontodaten, Ansprechpartner und Dokumente blieben gleich, teilte das Kreditinstitut mit. Auch die Zahl der Geschäftsstellen soll erhalten bleiben: „Wir sichern unser Filialnetz und die Präsenz vor Ort“, heißt es in einer Mitteilung von Freitag.

Auch die Zahl von rund 1000 Mitarbeitern soll nach der Fusion konstant bleiben. Es werde „im Rahmen der Fusion grundsätzlich keine Kündigungen oder Verlagerungen des angestammten Arbeitsplatzes geben“, hieß es. Wegen des hohen Altersdurchschnitts der Belegschaft schreibe die Sparda-Bank West sogar viele Stellen derzeit neu aus, sagte eine Sprecherin des Instituts.

In Bonn ist die Sparda-Bank West mit drei Filialen vertreten, an der Heussallee, an der Wesselstraße und in Duisdorf. Insgesamt betreut das Institut in Bonn nach eigenen Angaben 37 000 Kunden bei einem Geschäftsvolumen von rund 995 Millionen Euro. Dazu kommt in in der Region eine Filiale in Siegburg. Im April hatte die Sparda-Bank West angekündigt, Gebühren für ihr bisher kostenloses Girokonto einzuführen. Das Institut leidet unter der Niedrigzinsphase. Der Jahresüberschuss sank 2017 um um 24,2 Prozent auf 13,9 Millionen Euro.

Sparda ist eine Abkürzung für den Begriff „Spar- und Darlehnskasse“. Den Namen trägt eine Gruppe aus bisher zwölf regionalen Genossenschaftsbanken. Die Fusion steht in einer Reihe von Großfusionen von Genossenschaftsbanken. Zuletzt hatten die VR-Bank Rhein-Sieg mit Sitz in Siegburg und die Volksbank Oberberg aus Wiehl angekündigt, dass sie sich zur VR-Bank Rhein-Sieg Oberberg zusammenschließen wollen. Zuvor hatten sich Institute aus den Rheinmetropolen zur Volksbank Köln Bonn zusammengeschlossen.