Sophien- und Margaretenhof werden verkauft

PAKO AG will die beiden Häuser auf der Margaretenhöhe für 15 Millionen Mark veräußern - Die Mannesmann AG behält die Hirschburg

Königswinter. Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte durch die Siebengebirgsstadt, die in der Bevölkerung für Aufregung sorgen: Sowohl die Hirschburg als auch der Margaretenhof und der Sophienhof sollen verkauft werden.

Im ersten Fall trifft das Gerücht nicht zu. Die beiden Höfe hingegen sind zum stolzen Preis von insgesamt 15 Millionen Mark zu haben. Der derzeitige Eigentümer, die PAKO AG, bietet beide Immobilien über das Maklerbüro Remax in Bonn zum Verkauf an.

Beide Höfe gehörten früher der Friedrich-Naumann-Stiftung - bis zu deren Umzug nach Berlin. 1998 erwarb die PAKO AG, die sich auf den An- und Verkauf von Immobilien - insbesondere von Senioreneinrichtungen - spezialisiert hat, die beiden Häuser. Gemietet wurden die Höfe dann von der Refugium AG. Ex-Vorstandschef Paul Kostrewa wollte dort seine Konzernzentrale einrichten. Doch dann kam alles ganz anders: Kostrewa wurde wegen Bilanzfälschung angeklagt, und die Refugium AG blickte wirtschaftlich gesehen schwierigen Zeiten entgegen. Aus dem Umzug der Refugium AG von Gräfenhohn auf die Margaretenhöhe wurde somit nichts.

Im Margaretenhof, der unter Denkmalschutz steht und der als Tagungszentrum genutzt werden kann, werden derzeit Antiquitäten verkauft. Im Sophienhof ist ein Hotel mit 16 Zimmern und einem Restaurant untergebracht.

Die PAKO AG, die im nächsten Jahr zu 90 Prozent von der Refugium AG übernommen werden soll, will beide Höfe abstoßen, weil sie nach Angaben eines Firmensprechers nicht zum eigentlichen Kerngeschäft passen. Der künftige Eigentümer muss sich nach Auskunft des Immobilienmaklers Remax wegen der Nutzung der Höfe mit der Stadt Königswinter in Verbindung setzen. Weil beide Höfe in Deutschlands ältestem Naturschutzgebiet, dem Siebengebirge, liegen, hat sich die Stadt Königswinter noch zu Zeiten, als die Friedrich-Naumann-Stiftung Eigentümer war, bezüglich künftiger Nutzungen vertraglich abgesichert. Zugelassen sind nur Büro- und Tagesstättennutzung.

Zwei Hirsche aus Bronze

Bei der Hirschburg, die idyllisch oberhalb des Nachtigallentales in Königswinter liegt, bleibt hingegen alles beim Alten.

Die Mannesmann AG in Düsseldorf bestätigte gestern auf Anfrage, dass man auch nach dem Zusammenschluss mit Vodafone an der Hirschburg festhalten werde. "Die Mannesmann AG und D2 werden auch künftig die Einrichtung für Tagungen und Schulungen nutzen", erklärte Christian Hoppe, Leiter der Kommunikationsgruppe.

Die Hirschburg wurde ebenso wie die Drachenburg Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Bauherr war Jacob Biesenbach. Heute noch erinnern zwei Bronze-Hirsche vor der Burg an die Jagdleidenschaft des Erbauers.