Gründerfestival im Digital Hub

So war der Summer Slam 2019 in Bonn

Beim Summer Slam Festival konnten sich Besucher bei dem Ganzkörpertraining „Icaros“ probieren.

Beim Summer Slam Festival konnten sich Besucher bei dem Ganzkörpertraining „Icaros“ probieren.

Bonn. Beim Summer Slam Festival im Digital Hub präsentierten Start-Ups ihre Ideen. Großes Thema waren Virtual-Reality-Brillen und die Möglichkeit, Digitalisierung und Bewegung am Arbeitsplatz zu verbinden.

Die Virtual-Reality(VR)- Brille ist mittlerweile mehr, als ein überteuerstes Spielzeug. Immer mehr junge Unternehmen setzen auf die Möglichkeiten, Menschen komplizierte Vorgänge zu erklären und hautnah zu vermitteln. Beim diesjährigen Summer Slam Festival im Digital Hub gab es zahlreiche Stände, die die entsprechende Technik für ihre Zwecke nutzten und den Grundgedanken einer virtuellen dreidimensionalen Welt, die es zu erkunden gilt, ausgereift haben.

So auch das Unternehmen „Weltenmacher“. Die VR-Brille hilft in ihrem Fall bei der Erlernung der sogenannten Heimdialyse. Bei der Dialyse, also einem Blutreinigungsverfahren, käme es laut Weltenmacher-Gründern Boris Kantzow und Jonathan Natzel bei jedem zweiten Patienten zu einer Infektion. Die Heimdialyse, sprich die Behandlung durch den Patienten selbst, bedeute ein Stück Freiheit. „Wir wollen die Sicherheit der Patienten erhöhen“, erklärt Natzel.

Sein Geschäftspartner Boris Kantzow nutzte während des Festivals die Chance, die Unternehmensidee während einer der 30 Start-up Pitches vorzustellen. Auch die Techniker Krankenkasse war als Kooperationspartner der „Contrainer“ mit mehreren Ständen und VR-Brillen vertreten, mit denen unterschiedliche sportliche Challenges absolviert werden konnten. Mit besonders kompakten und mobilen Fitnessstudios wollen die Gründer von Contrainer besonders Studenten erreichen und ihnen einen sportlichen Ausgleich ermöglichen.

Bei dem Workout namens „Icaros“ gab es ein spielerisches Ganzkörpertraining und bei einem weiteren Stand die Möglichkeit, mithilfe der Brillen durch Flüsse umgeben von malerischen Landschaften zu rudern.

Bonn soll "Smartest City in NRW" werden

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart sprach in seiner Begrüßung am Mittwochnachmittag bei bestem Wetter von den vielfältigen technischen Möglichkeiten, die Nordrhein-Westfalen große Chancen ermöglichen würden: „Nachhaltigkeit, autonomes Fahren, aber auch Themen wie Künstliche Intelligenz und Cyber Security müssen wir angehen. Bereits jetzt sind wir das Bundesland mit den meisten Elektrofahrzeugen“, so Pinkwart. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan blickte auf das Vorhaben, Bonn zur „Smartest City in NRW“ bis 2025 zu machen. Die Smart-City–Strategie war direkt im Anschluss Inhalt eines Vortrags von Mirko Heid und Friedrich Fuß.

Der Begriff der Smart City beschreibt, auf kommunaler Ebene digitale Technologien in fast allen Bereichen zu entwickeln und zu nutzen. Während bei den Talks auf der Innovation-Stage Themen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Bewegung am Arbeitsplatz behandelt wurden, traten auf der Fight-Stage die Start-Ups gegeneinander an.

Dabei galt es das Publikum in kürzester Zeit vom Nutzen der eigenen Ideen zu überzeugen. Die Gründer von „Real Note“ setzten beispielsweise auf eine sogenannte augmented reality App – also die  die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Die Anwendung ermöglicht, Statements, Grafiken oder Selfies an Orten in der realen Welt zu posten und virtuell festzuhalten. Die Shopping-App „spotilike“ möchte wiederum den lokalen Handel unterstützen und bietet dafür Deals und Bonuskarten an, die entsprechend des Nutzerstandortes immer für Geschäfte in der Nähe angezeigt werden.

 

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg präsentierte Roboter

Einer der Medienpartner des Festivals ist „vadira“. „Wir möchten mittelständischen Unternehmen helfen, in der digitalen Welt zurechtzukommen“, erklärt Sales Manager Jeffrey Berry von vadira. „Wir sehen uns als Ansprechpartner bei crossmedialen Themen und freuen uns, bei der Gelegenheit hier vor Ort auch unsere Markenbekanntheit zu steigern.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg präsentierte an ihrem Stand den Roboter „Charly“. Der Roboter soll für die Dienstleistungsbranche entwickelt werden und ist aktuell regelmäßig in der Rathaus-Apotheke in Sankt Augustin im Einsatz. „Wir möchten für das Thema sensibilisieren und den Menschen erklären, dass so ein Roboter immer nur Menschen entlasten kann, nicht aber ersetzen“, betonte der Wirtschaftsinformatiker Daryoush Daniel Vaziri von Mittelstand 4.0. Gemeinsam mit der Barmer – die gleichermaßen Gesundheitspartner des Digital Hub sind – wolle man das Thema greifbar machen.

Publikumsliebling anhand des Applauses ermittelt

Als Gewinner des Start-Up Pitches ging bei der Founders Fight Night das Unternehmen snabble mit ihrer gleichnamigen Shopping-App hervor. Der auf 5000 Euro dotierte Hauptpreis vom Digital-Hub-Partner HDI wurde gegen 21 Uhr übergeben. Der Sonderpreis der NRW.Bank in Höhe von 1500 Euro wurde an Swinx überreicht – der Publikumsliebling wurde anhand des Applauses ermittelt.

Der sogenannte Health-Preis der Barmer Bonn ging in diesem Jahr an zwei Unternehmen: „Wir haben es als Jury nicht geschafft, einen einzigen ersten Platz zu ermitteln, die Ideen der Unternehmen waren einfach beide toll“, so Hauptgeschäftsführer Marco Henn. BGM-Solutions und Sportano erhalten somit für ihre Ideen für eine ausgeglichene Work-Life-Balance jeweils 1000 Euro, ein weiterer Barmer Sonderpreis ging an youdo - einen digitalen Karrierebegleiter.