Antrag beim Amtsgericht Bonn

Siegburger Konditorei Fassbender meldet Insolvenz an

Insolvent: Der Betrieb der Fassbender-Filialen, wie hier am Stammhaus am Siegburger Markt, geht einstweilen weiter. Die Gehälter sind noch bis Ende September über das Insolvenzgeld gesichert. Nun soll ein Investor gefunden werden.

Insolvent: Der Betrieb der Fassbender-Filialen, wie hier am Stammhaus am Siegburger Markt, geht einstweilen weiter. Die Gehälter sind noch bis Ende September über das Insolvenzgeld gesichert. Nun soll ein Investor gefunden werden.

Siegburg. Schuld sind hohe Rohstoffpreise - Insolvenzverwalter sucht Investor für die sieben Filialen in Siegburg, Bonn, Köln und Bad Honnef

Die Traditionskonditorei Fassbender mit Hauptsitz am Siegburger Markt hat Insolvenz angemeldet. Am Montagmittag ist der Antrag beim Amtsgericht Bonn eingegangen. Er umfasst das gesamte Unternehmen mit seinen Außenstellen.

Die Firma Fassbender hat insgesamt sieben Standorte: das Stammhaus am Siegburger Markt, die Filialen an der Bonner Sternstraße und im Bonner Kaufhof, das Café Jansen in Bad Honnef, eine Filiale an der Kölner Mittelstraße, das Café Jansen an den Obenmarspforten in Köln sowie das Café La Cité im Peek & Cloppenburg-Gebäude an der Kölner Schildergasse.

Außerdem betreibt die Fassbender GmbH einen Versandhandel für die eigenen Produkte. Am Montagabend sind die 120 Mitarbeiter bei Personalversammlungen in Köln und Siegburg über ihre Rechte und Pflichten informiert worden. Für sie sind die Lohn- und Gehaltsansprüche in den kommenden drei Monaten über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert.

Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Hangelarer Steuerberater Thomas Steger. Ob die Kunden künftig noch lange elsässischen Gugelhupf, Piemonteser Haselnusskuchen und Götterfunken-Pralinés in einer der sieben Filialen werden bestellen können, ist noch unklar. Einstweilen läuft der Betrieb wie gewohnt weiter. Am Mittwoch war in den Filialen nichts von der Krise zu spüren.

Der Insolvenzverwalter versucht nun geeignete Investoren zu finden, die den Traditionsbetrieb mit den Sparten Bäckerei, Konditorei, Patisserie und Confiserie langfristig weiter betreiben. Wie zu hören war, hapert es nicht in erster Linie an den Umsätzen, dafür seien die Kosten in jüngster Zeit explodiert. Insbesondere die Rohstoff- und Energiepreise seien um bis zu 50 Prozent gestiegen.

In dieser Richtung dürfte auch der Insolvenzverwalter denken. "Wir versuchen in dieser schwierigen Situation, den Geschäftsbetrieb dauerhaft zu sichern", sagte Insolvenzverwalter Steger dem General-Anzeiger auf Anfrage. Zugleich lobte er alle Mitarbeiter, die die Nachricht besonnen aufgenommen hätten und weiter zur Arbeit gekommen seien.

Zum genauen Umsatz des Unternehmens wollte Steger nichts sagen: "Wir befinden uns noch in der Phase der Datenerhebung." Er sei aber optimistisch, dass das Unternehmen neue Perspektiven erhalte. Die hohe Qualität der Produkte werde auch während der Übergangszeit erhalten bleiben.

"Die Löhne sind bis zum 30. September gesichert, bis dahin sollte es möglich sein, eine Lösung zu finden", so Steger. Der Insolvenzantrag sei zu einem recht frühen Zeitpunkt gestellt worden, aktuell gehe man von einer "drohenden Zahlungsunfähigkeit" aus. Nun müssten zunächst die genauen Ursachen für die aktuelle wirtschaftliche Schieflage ermittelt werden.

Das Siegburger Stammhaus Fassbender befindet sich seit 1910 am Siegburger Marktplatz. Dort werden auch die süßen Leckereien produziert und verpackt, die auch über die Region hinaus Bekanntheit genießen.

Auf 1 200 Quadratmetern werden die Produkte hergestellt. Es sind im wesentlichen Kuchen, Torten und Präsente. Geschäftsführer des vor 98 Jahren gegründeten Familienunternehmens ist Hans-Werner Fassbender.