Rechtsstreit um Pond-Mitarbeiter

Sicherheitsfirma am Flughafen Köln/Bonn will sich von Mitarbeiter trennen

Sensibler Bereich Luftfracht: Sie ist das zweite Standbein des Flughafens Köln/Bonn.

Sensibler Bereich Luftfracht: Sie ist das zweite Standbein des Flughafens Köln/Bonn.

Köln. Verdi wirft Pond Security vor, gegen ein Betriebsratsmitglied vorzugehen. Die beteiligten Unternehmen halten sich bedeckt.

Die Gewerkschaft Verdi wirft zwei Unternehmen am Flughafen Köln/Bonn vor, sie würden gegen ein aktives Gewerkschaftsmitglied vorgehen. „Ein unbequemes Betriebsratsmitglied ist den Unternehmen ein Dorn im Auge“, sagte Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. Derzeit sei das Betriebsratsmitglied, das auch Schwerbehinderten-Vertreter sei und generell die Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen angemahnt habe, freigestellt.

Der Mann ist Angestellter der Sicherheitsfirma Pond Security. Die kümmert sich mit über 100 Mitarbeitern im Auftrag von FedEx in Köln/Bonn etwa an deren Gebäuden auf dem Flughafengelände um die Eingangs- und Ausgangskontrolle. Laut Tarim kontrollierte das Betriebsratsmitglied am 27. April am FedEx-Ausgang, als ihn ein Mitarbeiter ansprach. „Ist meine Sache geklärt?“, habe der Kollege gefragt, so Tarim. Das Betriebsratsmitglied habe geantwortet: „Ist geklärt, mach dir keine Sorgen.“ Es sei wohl um ein Problem mit dem Dienstplan gegangen. Den Dialog habe ein für die Sicherheit bei FedEx Verantwortlicher mitbekommen. Er sei dem Mitarbeiter gefolgt und habe ihn zum Inhalt des Gesprächs befragt. Der Mitarbeiter habe den Dialog bestätigt. Das Betriebsratsmitglied sei nicht befragt worden.

Am kommenden Tag habe Pond eine Mail von FedEx erhalten, in der mitgeteilt worden sei, das Betriebsratsmitglied habe Hausverbot bei FedEx. Als Grund sei angegeben, er habe Betriebsratsarbeit geleistet, so Tarim. Auch dem Betriebsratsmitglied sei mitgeteilt worden, er habe Hausverbot. Als Grund werde auch genannt, er habe zum wiederholten Male seine Pflichten verletzt, weil er den Arbeitsplatz verlassen habe, so Tarim. Das Betriebsratsmitglied bestreite die Vorwürfe. Es verweise darauf, dass Zeugen ihn bestätigen könnten. Außerdem müssten Kameraaufzeichnungen seine Position stützen.

Inzwischen habe es Gespräche von Pond-Verantwortlichen mit der Betriebsratsspitze gegeben, so Tarim. Hier habe bereits eine mögliche Trennung von dem Betriebsratsmitglied im Raum gestanden. Pond setze sich gegenüber FedEx nicht für seinen Mitarbeiter ein, kritisiert Tarim: „Ich habe den Eindruck, dass Pond ganz recht ist, was da geschieht.“ Dabei müsse es Pond als Dienstleister überlassen sein, welche Mitarbeiter die Aufgaben bei FedEx erledigen. Es könne nicht sein, dass sich ein Dienstleister nach einem vom Auftraggeber ausgesprochenen Hausverbot von einem Mitarbeiter trenne.

Angebot einer gütlichen Einigung

Auch ein Gespräch eines Pond-Verantwortlichen mit dem Betriebsratsmitglied habe es gegeben. Dabei sei ihm „eine gütliche Einigung“ angeboten worden, so Tarim. Der habe betont, dass er sich nichts habe zu schulden kommen lassen, er weiter für Pond arbeiten möchte. Auch zu einem Wechsel des Einsatzortes sei er bereit. Anfang der Woche habe das Betriebsratsmitglied eine weitere Mail erhalten. Er werde darauf hingewiesen, dass er noch nicht auf das Angebot von Pond einer gütlichen Einigung reagiert habe.

Zu Details äußern sich FedEx und Pond nicht. FedEx bestätigt, man habe Pond gebeten, einen bestimmten Mitarbeiter nicht mehr einzusetzen. Ob der Betriebsratsmitglied sei, wisse man nicht. Die jederzeitige Einhaltung aller Gesetze und Vorschriften sei im vorliegenden Fall nicht gegeben. Auch Pond verweist auf dienstliches Fehlverhalten. Der Vorgang befinde sich noch in „Klärung zwischen den involvierten Parteien“.