Schwerer Schlag für DHL Euskirchen

Die Post verliert einen Großauftrag der Telekom. Rund 350 Arbeitsplätze sind bedroht.

Euskirchen. Schwerer Schlag für den großen Logistikstandort der DHL in Euskirchen: Nachdem die Tochtergesellschaft der Deutschen Post einen Großauftrag der Telekom verloren hat, wackeln dort rund 350 Arbeitsplätze.

"Von Schließung kann keine Rede sein", betonte zwar am Dienstag eine Sprecherin der Post. Sie räumte aber ein, dass der Bonner Logistikkonzern in Euskirchen nur noch bis Ende nächsten Jahres ausgelastet ist. Dann läuft der bisherige Vertrag mit der Telekom aus.

Bei der Neuausschreibung für die nächsten Jahre sei DHL nicht zum Zuge gekommen, bestätigte die Sprecherin. "Wir werden uns jetzt um andere Kunden bemühen, um den Standort Euskirchen über das Jahr 2012 hinweg auszulasten".

DHL verpackt und verschickt von Euskirchen aus Produkte, die Kunden bei der Telekom bestellt haben, wie zum Beispiel Handys und Ersatzteile oder SIM-Karten. Bis zu 60 000 Pakete verlassen täglich die 40 000 Quadratmeter große Halle an der Thomas-Eßer-Straße mitten in Euskirchen. DHL betreibt das Lager- und Distributionszentrum im ehemaligen Fernmeldezeugamt seit mehr als zehn Jahren.

Zwar bedient DHL aus Euskirchen noch andere Kunden außer der Telekom. Zuletzt gehörten dazu Kabel Deutschland, der Kinderspielzeughersteller Oregon Scientific und Epson. Mit Abstand größter Kunde ist aber die Telekom, räumte auch die Postsprecherin ein. "An dem Auftrag hängen rund 350 Arbeitsplätze."

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi hängen an dem Telekom-Auftrag auch noch 18 Arbeitsplätze bei DHL in Steinfurt sowie acht weitere in Simmern. "Wir möchten jetzt erst einmal wissen, wer den Auftrag bekommen hat", sagte ein Sprecher von Verdi NRW in Düsseldorf. Eventuell gebe es ja die Möglichkeit, dass DHL-Mitarbeiter zum neuen Dienstleister wechseln.