Empfehlung für Vorstandsvorsitzenden

Rüdiger Linnebank soll Chef der Sparkasse Köln/Bonn werden

Bonn. Rüdiger Linnebank soll neuer Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Köln/Bonn werden. Das empfiehlt die Findungskommission des Verwaltungsrates.

Generationswechsel bei der Sparkasse Köln/Bonn: Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, soll der 49-jährige Rüdiger Linnebank den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Artur Grzesiek ablösen, der bereits im Frühjahr geäußert hatte, über den Ruhestand nachzudenken. Grzesiek ist 63 Jahre alt. Stellvertretender Vorsitzender könnte der 52-jährige Ulrich Voigt werden, der schon bisher im Vorstand für Firmenkunden und Organisation verantwortlich ist.

Die Personalien sind Empfehlungen der Findungskommission des Verwaltungsrates der Sparkasse. Die Entscheidung sei am Freitag einstimmig ausgefallen, hieß es. Am Dienstag, 5. Dezember, müssen beide Postenbesetzungen vom Verwaltungsrat in einer Wahl bestätigt werden. Eine Woche später muss der Zweckverband der Sparkasse ebenfalls abstimmen.

Größte kommunale Sparkasse Deutschlands

Linnebank würde damit an die Spitze der größten kommunalen Sparkasse Deutschlands treten, die eine Bilanzsumme von 27,1 Milliarden Euro aufweist. Nach der Sparkasse Hamburg ist sie die zweitgrößte der Republik. Um die rund 900.000 Kunden kümmern sich knapp 4200 Mitarbeiter.

Linnebank leitet derzeit die Sparkasse Vorderpfalz in Ludwigshafen, die größte Sparkasse in Rheinland-Pfalz. Geboren wurde der Vater von vier Kindern im westfälischen Welver. Er ist promovierter Diplomkaufmann und studierte Wirtschaftswissenschaften. Einen großen Teil seines Berufslebens verbrachte Linnebank bei den Sparkassen, wo er auch seine Ausbildung machte, und zwar bei der Sparkasse Soest, der eine Station bei der Kreis- und Stadtsparkasse Norden folgte.

Nach dem Studium war er allerdings zunächst bei der Managementberatung ZEB GmbH in Münster beschäftigt, die ihre Märkte in verschiedenen europäischen Ländern hat. In Münster wechselte Linnebank dann 1998 zur dortigen Sparkasse, wo er Abteilungsdirektor Vorstandsstab war. 2000 wurde er zusätzlich „Verhinderungsvertreter Vorstand“.

Wahlen im Dezember, Bafin muss auch noch zustimmen

Es folgten Vorstandspositionen bei der Kreissparkasse Grafschaft-Diepholz, deren Vorsitzender er von 2006 bis 2008 war. In jenem Jahr wechselte Linnebank dann als Vorstandschef zur Sparkasse Vorderpfalz. Wenn die Wahlen glatt durchgehen und auch die Finanzaufsicht Bafin den Beschlüssen zustimmt, dürfte Linnebank seine Position bei der Sparkasse Köln/Bonn im ersten Halbjahr 2018 einnehmen, wie es hieß.

Sein künftiger Stellvertreter Ulrich Voigt könnte hingegen gleich am 1. Januar 2018 antreten. Der gebürtige Kölner ist gelernter Bankkaufmann und hatte sich an der Rheinischen Sparkassenakademie zum Betriebswirt ausbilden lassen. Am Lehrinstitut der Sparkassen-Finanzgruppe in Bonn studierte er in späteren Jahren. Voigt hatte mehrere Leitungspositionen bei seinem heutigen Arbeitgeber inne. Seit 2008 ist er Mitglied des Vorstands der Sparkasse Köln/Bonn.

Nach Verlustjahr 2008 nun wieder mit Gewinnen

Das Kreditinstitut ist 2005 aus der Fusion der Stadtsparkasse Köln mit der Sparkasse Bonn hervorgegangen. Es unterhält 15 Filialdirektionen, 88 Filialen und 65 Beratungszentren. 2016 erzielte es einen Gewinn vor Steuern von 70 Millionen Euro. 2008 noch hatte die Sparkasse einen Fehlbetrag von rund 198 Millionen Euro ausgewiesen. Gründe dafür waren verlustreiche Beteiligungen.

Noch-Amtsinhaber Grzesiek hatte das Ruder in dem Verlustjahr aufgenommen. Ihm gelang es, das Institut wieder auf Kurs zu bringen. Nach dessen Rückzugsankündigung im Sommer hatte Verwaltungsratschef Martin Börschel gesagt, man verliere mit Grzesiek einen „besonnenen, erfahrenen und zielorientierten Vorstandsvorsitzenden“.