Umstellung des Fonds "Uniprofi-Rente"

Qual der Wahl für Riester-Sparer bei Union Investment

KÖLN. Über eine Million Riester-Sparer von Union Investment haben die Qual der Wahl. Bis Ende des Monats müssen sie entscheiden, ob sie bei der "Uniprofi-Rente" mit einem neuen Fonds für ihr Alter sparen wollen.

Wenn sie nicht widersprechen, wird ihr Geld am 1. August von dem weltweit anlegenden Aktienfondsklassiker "Uniglobal" in den neuen Fonds "Uniglobal Vorsorge" übertragen.

Es sei wichtig, auf zunehmende Schwankungen an den Kapitalmärkten vorbereitet zu sein, hatte die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken den Anlegern vor sechs Wochen mitgeteilt. Denn die verträgt das Absicherungskonzept von Union immer weniger. Abhängig von der Restlaufzeit des Vertrages wurden bei Börsenschwächen das Kapital der Anleger vom Aktienfonds "UniGlobal" in den Rentenfonds "UniEuroRenta" umgeschichtet. Hier blieb es.

Mit diesem Vorgehen hat Union Investment Anleger verärgert. Nach der Pleite der Lehman-Bank 2008 wurden massenhaft Riestersparer, die in die Aktienmärkte investieren wollten, zu Anlegern an Anleihemärkten. Damit profitierten sie nicht von der folgenden Erholung der Aktienmärkte und erhielten die niedrigeren Erträge am Anleihemarkt.

Alle Anbieter von Riesterverträgen garantieren das eingezahlte Kapital und die Zulagen zu Beginn der Rentenphase. Um selbst keine Verluste zu erleiden, wird das Geld umgeschichtet, wenn noch genug Zeit bleibt, um durch die Anlage am Rentenmarkt Verluste ausgleichen zu können. Das wird aber in der Niedrigzinsphase immer schwieriger, dauert also länger. Entsprechend früher müsste Union Investment umschichten. Da soll der "UniGlobal Vorsorge" offenbar helfen, der abhängig von der Börsentendenz einen Aktienanteil zwischen 51 Prozent haben kann.

Das Verbrauchermagazin Finanztest sieht die Umstellung bei Union Investment kritisch. Der "Uniglobal Vorsorge" sei ein neuer Fonds und nicht erprobt. "Ob sein Konzept funktioniert, lässt sich noch nicht sagen", heißt es in der aktuellen Zeitschrift. Auf alle Fälle seien die Kosten der neuen Riesterrente der Union zu hoch. Der "Uniglobal Vorsorge" sei kein reiner Aktienfonds und deshalb sei ein Ausgabeaufschlag für den Kauf neuer Anteile von fünf Prozent zu hoch. Das sind Argumente, um der Umstellung zu widersprechen. Wie sich die Anleger verhalten sollten, lässt sich dennoch generell kaum sagen. Die Verbraucherzentrale NRW will keine Empfehlung aussprechen. "Die berühmte Glaskugel haben wir als Verbraucherzentrale leider nicht", so die Verbraucherschützer.

Finanztest empfiehlt einen Blick auf den Risikopuffer. Der Anteilswert des Uniglobal hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Da sollten eine Reihe von Anlegern also Luft zwischen dem aktuellen Depotwert und dem Garantiewert, die beide in den Depotauszügen stehen, haben. Das Risiko einer Umschichtung bei einer Börsenschwäche könnte so überschaubar sein.

Als Faustformel nennt Finanztest, dass das Vermögen 50 Prozent höher sein sollte als die Garantiesumme. Hermann-Josef Tenhagen rät im Online-Verbrauchermagazin Finanztip Anlegern zum Widerspruch, deren Depotbestand mindestens 30 Prozent höher ist als der aktuelle Garantiebestand. Aber letztlich ist die Entscheidung nicht nur von Zahlen, sondern auch von der Risikoneigung abhängig.

Tenhagen kehrt der "Uniprofi-Rente" generell den Rücken. Stattdessen empfiehlt er Riestersparern, die auf Aktien setzen, den Fairr-Riester-Sparplan des Vermittlers Fairr in Zusammenarbeit mit der Suttor Bank. Diese Riesterrente setzt etwa auf ETFs, Indexfonds, die ganze Börsensegmente abbilden. Deshalb habe diese Riesterrente vergleichsweise geringe Kosten, was den Anlegern zugute komme.