Mietpreise in Groß- und Universitätsstädten Preise für Studentenwohnungen in Bonn und Köln steigen stark

Die Mietpreise für Studierende liegen meist weit über dem, was sie sich leisten können.

Bonn/Köln. Studenten müssen in Deutschland immer mehr Geld für Miete ausgeben. Um bis zu 70 Prozent seien die Durchschnittspreise seit 2010 gestiegen, auch in Bonn und Köln.

Studieren ist heutzutage beliebter denn je. Im Wintersemester 16/17 hat die Zahl der Studierenden in Deutschland erstmals die Schwelle von 2,8 Millionen überschritten. Das hat zur Folge, dass immer mehr junge Menschen ihr Elternhaus verlassen und eine eigene Wohnung am Studienort benötigen. Auch für Erwerbstätige, Auszubildende, Fernpendler und Senioren wird das Stadtleben immer attraktiver. Das steigert die Konkurrenz um den sowieso schon sehr begrenzten Wohnraum.

Ob WG-Zimmer, Wohnheim oder Appartment, der Wohnraum wird immer knapper. Hinzu kommen immens steigende Mietpreise insbesondere in den Groß- und Universitätsstädten. Das geht aus einem Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln für die Deutsche Real Estate Funds Advisor in Kooperation mit dem Internetportal Immobilenscout24 hervor.

Für die Studie wurden 15 Städte über einen Zeitraum von 2010 bis einschließlich des ersten Halbjahres 2017 untersucht. Der gesamte Datensatz beinhaltet sämtliche Mietinserate für reguläre Mietwohnungen, Zwischenmieten und Wohngemeinschaften für diesen Zeitraum.

Den stärksten prozentualen Anstieg der Nettomietpreise seit 2010 verzeichnet demnach Berlin mit 70,2 Prozent – von sechs auf elf Euro pro Quadratmeter. Es folgen Stuttgart mit 62,2 Prozent und München mit 53,1 Prozent. In Hamburg sei die Nettomietbelastung für Studenten danach um 30,6 Prozent von neun auf zwölf Euro pro Quadratmeter gestiegen. Der geringste Anstieg wurde in Jena mit 9,7 Prozent ermittelt.

Mietpreise in Bonn um ein Viertel angestiegen

Auch in Köln und Bonn hätten die Mietpreise für Studenten deutlich angezogen. In Köln bezahlen Studenten im Schnitt 22,3 Prozent mehr als noch 2010, in Bonn haben sich die Mieten um 24,9 Prozent verteuert. Während die durchschnittliche Miete für eine studentische Musterwohnung im Jahr 2010 in Bonn noch 435 Euro betrug, liegt diese im ersten Halbjahr 2017 bereits bei 487 Euro. In Köln konnten sich Studierende 2010 noch für durchschnittlich 424 Euro eine Bleibe finanzieren, sieben Jahre später müssen sie mittlerweile rund 480 Euro einrechnen. Generell schätzen die Experten die durchschnittlichen Mietpreise für Neuvertragsmieten in Köln und Bonn auf rund elf Euro pro Quadratmeter.

Gründe für steigende Mietpreise

Die deutliche Steigerung sei nicht nur auf die generell zunehmende Verknappung von Wohnraum in begehrten Lagen zurückzuführen, "sondern auch darauf, dass immer mehr Mietwohnungen möbliert angeboten werden, was die Preise zusätzlich in die Höhe treibt", sagte IW-Immobilienspezialist Michael Voigtländer.

Die mit Abstand höchsten Neuvertragsmieten zahlen Studenten laut Studie aktuell in München mit durchschnittlich 18,40 Euro je Quadratmeter. Sie liegen damit rund ein Viertel über dem zweitteuersten Standort Stuttgart mit 14,90 Euro pro Quadratmeter. Es folgen Frankfurt (14 Euro), Hamburg und Heidelberg (zwölf Euro), sowie Berlin, Bonn und Köln, wo jeweils elf Euro bei Neuvermietungen im Schnitt fällig würden.

Die Situation könne "nur durch mehr Neubauwohnungen und zusätzliche Studentenwohnheime entspannt werden", sagte IW-Experte Voigtländer. (Mit Material von afp und epd)

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