Pilotprojekt

Post will Briefe seltener zustellen

Bonn. Die Deutsche Post startet ein Pilotprojekt, bei dem Briefe seltener zugestellt werden. Das Vorhaben stößt bei der Gewerkschaft Verdi jedoch auf Empörung.

Bei dem Projekt der Deutschen Post können sich Kunden freiwillig zwischen einmal oder dreimal wöchentlich nach Hause oder fünfmal pro Woche an den Arbeitsplatz entscheiden. Für den wöchentlichen Rhythmus gibt es Zeitschriften oder Warenproben. In Deutschland ist die Zustellung pro Werktag gesetzlich vorgeschrieben.

Die Gewerkschaft Verdi reagiert empört. Die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende Andrea Kocsis sieht den Versuch, mit den Ergebnissen bei Politikern für eine Rechtsänderung zu werben. Es bestehe der Verdacht, dass die Post sich aus der werktäglichen Zustellung zurückziehen wolle. „Bei uns brennt die Hütte.“ Es bestehe die Gefahr des Stellenabbaus. "Bei uns brennt die Hütte", so Kocsis. Eine Post-Sprecherin sagte, der Testlauf sei auf drei Monate befristet, eine Übernahme in den Regelbetrieb derzeit nicht vorgesehen.