Neuordnung bei der Deutschen Post

Paketzusteller bei DHL kommen wieder unter ein Dach

Paketzusteller der Post sind derzeit entweder bei der Muttergesellschaft oder bei Delivery-Gesellschaften angestellt.

Paketzusteller der Post sind derzeit entweder bei der Muttergesellschaft oder bei Delivery-Gesellschaften angestellt.

Bonn. Für den Einsatz ihrer Paketzusteller schraubt die Deutsche Post etwas an ihrer Arbeitsstruktur. Beschäftigte des Mutterkonzerns und der Billigtöchter sollen in einem Gemeinschaftsbetrieb arbeiten – zu unterschiedlichen Löhnen.

Die Deutsche Post DHL bereitet eine Neuorganisation bei den Paketzustellern vor. Das Unternehmen gründet gerade einen Gesamtbetrieb, in dem sowohl Beschäftigte der Post AG als auch Mitarbeiter der ausgegründeten Billigtöchter Delivery zusammenarbeiten sollen.

„Wenn die Deutsche Post AG nach zwei Jahren Betriebspraxis erkennt, dass die Doppelstruktur von Regionalgesellschaften und Deutscher Post AG ein Irrweg ist, kann man dem Management nur anraten, sie ganz aufzulösen und die Beschäftigten der Regionalgesellschaften in den bestehenden Haustarif der Deutschen Post AG zu überführen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Andrea Kocsis. Die Gewerkschaften hatten vor zwei Jahren gegen die Gründung der Delivery-Gesellschaften mit mehrwöchigen Streiks protestiert.

Seit 2015 arbeiten mehr als 10 000 Paketzusteller in 46 Tochtergesellschaften. Sie werden nach regionalen Tarifverträgen des Speditions- und Logistikgewerbes bezahlt, die sehr unterschiedliche Regelungen beim Gehalt und der Arbeitszeit vorsehen. Daneben gibt es laut Verdi 7650 Paketzusteller, die nach dem Haustarifvertrag der Deutschen Post AG bezahlt werden. Sie verdienen deutlich mehr als ihre Delivery-Kollegen. Diese Regelung betrifft nur die Paketzustellung, nicht die Briefträger. Die Zusammenlegung könnte zum 1. Mai umgesetzt werden. Es laufen Verhandlungen mit den Betriebsräten.

„Regionale Flächentarifverträge mit unterschiedlichen Arbeits- und Bezahlungsbedingungen gehören nicht unter das Dach der Deutschen Post AG. Der Gemeinschaftsbetrieb ist tarifpolitisch äußerst brisant“, sagte Kocsis.

Ein Post-Sprecher sagte, dass bereits seit vielen Jahren Mitarbeiter mit unterschiedlichen Lohn- und Gehaltsstrukturen im Unternehmen reibungslos zusammen arbeiten. Die Beschäftigten in den 2015 gegründeten Delivery-Gesellschaften erhielten auch im Vergleich zum Wettbewerb attraktive Löhne. Das zeige sich daran, dass der Zulauf an neuen Mitarbeitern für die Delivery GmbH unverändert hoch sei. Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Brief- und Paketzustellung der Post sollten nicht verschlechtert werden. Darüber hinaus wollte sich die Post grundsätzlich nicht zu Fragen der innerbetrieblichen Organisation äußern. Die Konkurrenten der Post, zu denen Hermes, DPD und GLS zählen, bezahlen ihren Mitarbeitern weniger als der Bonner Konzern. Das hatte die Post auch als Hauptargument für die Gründung der Delivery-Gesellschaften genutzt. 2025 könnten nach den Prognosen der Post durch das wachsende Paketaufkommen schon 20 000 Mitarbeitern in den Delivery-Gesellschaften benötigt werden.

„Gleiche Arbeit muss auch gleich entlohnt werden“, sagte DPVKom-Vorsitzende Christina Dahlhaus. Wer als Arbeitgeber erste Wahl sein möchte, müsse auch alle Paketzusteller im eigenen Unternehmen mit dem gleichen Lohn bezahlen. Wenn die Deutsche Post AG neue Paketzusteller einstelle, dann müssten für die neuen Mitarbeiter die Haustarifverträge gelten, die sie selbst abgeschlossen hat, forderte Dahlhaus.