Züge im Kölner Dieselnetz

Modernisierung mit Verzögerung

Länger im Einsatz: Ein Regionalzug der Bahn.

07.10.2013 KÖLN. Takte werden verdichtet, Streckenabschnitte neu eröffnet, Haltestellen modernisiert und komplett neu errichtet: Das sogenannte Kölner Dieselnetz - die Strecken der Linien RE 12, RE 22, RE 24, RB 23, RB 25 sowie RB 30 - soll umfassend modernisiert werden.

Dazu wurden von der Deutschen Bahn 56 neue Dieseltriebwagen des Typs Coradia Lint bei Fahrzeughersteller Alstom bestellt, die eigentlich zum Wechsel auf dem Winterfahrplan am 15. Dezember im Einsatz sein sollten. Die Auslieferung der Bahnen verzögert sich aber, so dass nicht alle Änderungen vor Weihnachten umgesetzt werden können.

"Wir wurden selbst erst vor zehn Tagen darüber informiert", sagt Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Nahverkehrs Rheinland. "Deswegen haben wir ein Konzept erstellt, dass bereits einige Verbesserungen bringt und mit dem die Kunden planen können."

Er geht davon aus, dass die neuen Bahnen sukzessive in den ersten Monaten des nächsten Jahres auf die Strecke kommen und betont, dass es für die Kunden zu keinen Verschlechterungen kommen wird. Nur in einem Fall - auf der Strecke Bonn Richtung Bad Münstereifel - müssen die Fahrgäste für ein paar Monate einen Umstieg einplanen.

Komplett umgesetzt werden können die neu gesetzten Ziele noch nicht, weil die moderneren Züge eine bessere Fahrdynamik aufweisen. Das bedeutet, dass sie bei der Anfahrt stärker beschleunigen können und auf der Strecke schneller unterwegs sind als die derzeitigen Modelle.

"Deshalb mussten wir uns für den Übergang entscheiden: Wollen wir direkt alle neuen Haltestellen anfahren oder die Anschlüsse sicherstellen? Wir haben uns für die Anschlüsse entschieden", erklärt Dirk Helfert von der DB Regio NRW.

Zu den Verzögerungen gekommen ist es laut dem Hersteller Alstom, weil es generell ein Problem im Schienenverkehr gab. Es bestand Unklarheit bezüglich des Nachweisverfahrens über die Festigkeit des Radsatzes. Erst im Juni 2013 habe diesbezüglich eine neue Regel seitens des Eisenbahnbundesamtes vorgelegen. Deshalb seien alle Zulassungen für sechs Monate auf Eis gelegt worden, erklärte Martin Lange, Vorstand Transport der Alstom Deutschland AG.

"52 der 56 bestellten Züge sind fertig gebaut, bei den vier anderen wird noch am Innenraum gearbeitet", sagte er. Alle erforderlichen Unterlagen und Nachweise liegen mittlerweile beim Eisenbahnbundesamt in Bonn; das Zulassungsverfahren soll bis Dezember 2013 abgeschlossen sein.

Dann müssen die Dieselzüge noch von der DB abgenommen werden, danach kommen sie auf die Schiene. Als erstes auf die Eifelstrecke, als zweites zur Oberbergischen Bahn und zuletzt zur Voreifelbahn und Ahrtalbahn. Auf allen Strecken werden ab Dezember ab 19 Uhr ein Kontrolleur eingesetzt, der auch für mehr Sicherheit sorgen soll. Am Wochenende sind zwei Zugbegleiter im Einsatz. (Stephanie Traichel)

Verbesserungen zum 15. Dezember und nach Einführung der Neufahrzeuge 2014

Oberbergische Bahn (Köln-Gummersbach-Marienheide-Meinerzhagen)

  • Dezember 2013: Streckenverlängerung nach Meinerzhagen; Verlängerung der Züge Köln-Overath nach Engelskirchen
  • 2014: Mehr Fahrten zwischen Overath und Gummersbach in der Hauptverkehrszeit; zusätzlicher Zug am Morgen in Richtung Köln; Halbstundentakt zwischen Marienheide und Gummersbach am Morgen zwischen 7 und 8 Uhr.

Eifelstrecke (Köln-Trier)

  • Dezember 2013: Längere Betriebszeiten im Abend- und Spätverkehr; drei neue Sprinterzüge zwischen Köln und Trier am Wochenende mit 15 Minuten Fahrzeitreduzierung.
  • 2014: Montags bis freitags drei Sprinterzüge zwischen Köln und Trier; zusätzliche Zughalte in Urft, Schmidtheim, Dahlem, Lissendorf und Oberbettingen-Hildesheim bei der RE 22; zusätzlicher Halt in Mechernich bei der RE 12 in Richtung Trier, zusätzlicher Zug morgens von Euskirchen nach Köln.

Voreifelbahn (Bonn-Euskirchen-Bad Münstereifel)

  • Dezember 2013: Neuer Halt Bonn-Helmholzstraße und Rheinbach-Römerkanal; neue Fahrten am Abend von Euskirchen nach Bonn und in die Gegenrichtung sowie ab Euskirchen nach Bad Münstereifel und zurück. Vorübergehend ist in Euskirchen (mo-fr) für Fahrgäste aus und nach Bad Münstereifel ein Umstieg erforderlich.
  • 2014: Kapazitätenausweitungen von heute 322 auf 480 Sitzplätze in der Hauptverkehrszeit.

Ahrtalbahn (Ahrbrück-Bonn)

  • Dezember 2013: Zusätzliche Fahrten Remagen-Bonn
  • 2014: Mehr Sitzplätze