Trend setzt sich fort

Mehr Lehrstellen als Bewerber in Bonn und Region

Das Handwerk profitiert von der starken wirtschaflichen Situation im ganzen Land.

Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es mehr freie Stellen als Bewerber.

Bonn/Nürnberg. Die Arbeitslosigkeit in Bonn und der Region ist im Jahresvergleich deutlich gesunken, wie die Zahlen der Arbeitsagentur bestätigen. Es gibt immer mehr offene Lehrstellen - sogar noch für dieses Ausbildungsjahr.

Die Arbeitslosigkeit in der Region ist im August im Vergleich zum Juli zwar erwartungsgemäß leicht auf 5,5 Prozent gestiegen. Das hat die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg am Donnerstag mitgeteilt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote allerdings um 0,4 Prozentpunkte gesunken. „In den Sommermonaten Juni bis August kommt es in der Regel zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote“, erklärt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. Der Jahresentwicklung dagegen sei „auffällig im positiven Sinne“.

„Außerdem haben wir es, anders als im Juli, nicht mehr flächendeckend mit den Auswirkungen des Sommerloches auf die Beschäftigungssituation zu tun. In einigen Gemeinden ist die Arbeitslosigkeit bereits wieder rückläufig“, erklärt er. Die Zahl der Arbeitslosen in der Region sank innerhalb eines Jahres deutlich um 1606 auf 26.941 Personen. Das ist ein Rückgang um 5,6 Prozent. Vor allem profitierten junge Menschen unter 25 Jahren und Langzeitarbeitslose. Bei Menschen mit schwerer Behinderung dagegen stieg die Arbeitslosigkeit.

Die Zahl der offenen Stellen ist innerhalb eines Jahres im Bezirk Bonn/Rhein-Sieg um 770 auf 8809 gestiegen. Auf dem Ausbildungsmarkt setzt sich der Trend fort: Es gibt mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber. Auf eine Ausbildungsstelle kamen im August statistisch 0,6 Bewerber – im Juli waren es noch 0,8. „Auch im Endspurt um einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr geht für die Jugendlichen noch was“, so Krause.

Bundesweit ist die Arbeitslosigkeit im August ebenfalls saisonbedingt angestiegen. Während der Sommerpause stieg die Zahl Arbeitslosen auf 2,351 Millionen gestiegen. Das ist jedoch der niedrigste Wert für diesen Monat seit dem Jahr 1991. Im Vergleich zum Vormonat nahm die Zahl der Jobsucher um 26 000 zu, gegenüber dem Vorjahr sank sie dagegen um 194.000, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,2 Prozent. Viele Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen melden sich im Sommer zunächst arbeitslos. Auch Unternehmen halten sich während der Betriebsferien mit Neueinstellungen eher zurück. Saisonbereinigt hätte sich Arbeitslosigkeit allerdings verringert.

(mit Material von dpa)