Arbeitsplätze

Massiver Stellenabbau in Kölner Kaufhofzentrale geplant

Die Kaufhof-Filiale in der Kölner Schildergasse.

Die Kaufhof-Filiale in der Kölner Schildergasse.

Köln. Bis 2020 fallen 400 von 1600 Arbeitsplätzen in der Kölner Zentrale weg, wie Kaufhof gestern mitteilte. Ein Verkauf an Immobilieninvestor René Benko ist vom Tisch.

Kahlschlag in der Kölner Kaufhofzentrale. Bis 2020 müssen dort 400 der rund 1600 Mitarbeiter gehen, wie Kaufhof gestern mitteilte. Am Mittwoch seien die Mitarbeiter in mehreren Belegschaftsversammlungen über den Abbau informiert worden, so Unternehmenssprecher Martin Neipp. Das Programm sei mit den Arbeitnehmervertretern abgestimmt worden. Als Trost für die Belegschaft bleibt, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll und Kaufhof auf sozialverträgliche Lösungen setzt. Es soll die natürliche Fluktuation ausgenutzt werden, es gebe Übergangsregelungen für den Renteneintritt und auch Abfindungsangebote, so Neipp. Wie viel Geld das Unternehmen für derartige Maßnahmen zur Verfügung stellt, wollte er aber nicht sagen.

Kaufhof steht wie der gesamte stationäre Handel unter Druck. Die Probleme sind vielleicht aber auch etwas größer als bei anderen. Zuletzt kämpfte Kaufhof mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Das Management drängte die Gewerkschaft Verdi zu Gesprächen über Einsparungen bei den Gehältern.

Auf Kurs bringen soll Kaufhof der frühere Real–Manager Roland Neuwald (53). Und der macht offenbar Tempo. 2018 und 2019 solle das Ruder herumgerissen. werden, so Neipp. Im Januar wurde ein Programm initiiert, das neben Einsparungen auch Investitionen in Markenauftritt und Markenkooperationen, die Modernisierung der Filialen und die Verzahnung von On- und Offline-Geschäft vorsieht. Kaufhof müsse sich an die veränderten Marktbedingungen anpassen, um langfristig wieder profitabel zu sein, heißt es in einer Mitteilung. Handlungsbedarf gab es offenbar vor allem in der Zentrale. Hier lägen die Kosten heute deutlich über dem Wettbewerbsdurchschnitt, so Neipp.

Die Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay (HBC), die über einen Zeitraum von mehreren Jahren weiterhin eine Milliarde Euro für den Umbau zur Verfügung stellen will, steht unterdessen offenbar weiter zu der Kaufhauskette. Der kanadische Handelskonzern wird Kaufhof nach einem Bericht der Wirtschaftswoche nicht an den Immobilieninvestor René Benko verkaufen. Darauf hätten sich Management und Aufsichtsrat von HBC verständigt. Das Magazin beruft sich auf eine mit dem Vorgang betraute Person. Die Absage werde nach einer Sitzung des Aufsichtsrats am Nachmittag amerikanischer Ortszeit offiziell verkündet. Ein Sprecher von HBC wollte dies nicht kommentieren. Er verwies auf eine ältere Stellungnahme von HBC, nach der man das Angebot pflichtgemäß prüfen und sich anschließend äußern werde. HBC hatte die Warenhauskette 2015 von der Metro übernommen.

HBC kämpfte zuletzt mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Konzernchef Jerry Storch erhielt im Oktober den Laufpass. An die HBC-Spitze rückt am 19. Februar Helena Foulkes (53). Sie werde für die globale Strategie von HBC sowie die operativen Aktivitäten aller Marken mit 480 Filialen und 66 000 Mitarbeiter weltweit verantwortlich sein, teilte HBC mit.

„Helena ist eine echte Führungspersönlichkeit in Sachen Transformation, die das Geschäft mit einer neuen Perspektive beleben wird, während wir HBC für die Zukunft positionieren“, betont Großaktionär Richard Baker, der auch Governor und Chairman von HBC ist. In ihrer 25-jährigen Karriere habe sie mutige strategische Entscheidungen getroffen. Foulkes einen MBA der Harvard Business School und kommt von der US-Drogerie-Kette CVS. Zuvor war sie bei Goldman Sachs und dem Schmuckhändler Tiffany.