Abgelaufenes Geschäftsjahr

Konjunktur hilft der Sparkasse KölnBonn

Blick nach oben: Hauptverwaltung der Sparkasse KölnBonn in Köln.

Köln. Die gute Konjunktur in der Region hat der Sparkasse KölnBonn im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung verholfen. Im Kerngeschäft mit Zins- und Provisionserträgen steht das Institut allerdings unter Druck. Vorstandschef Artur Grzesiek kündigte am Dienstag größere Anstrengungen im Vertrieb an, um die Rückgänge zu stoppen.

"Das Kerngeschäft hat gelitten", räumte Grzesiek ein, bezeichnete das abgelaufene Geschäftsjahr aber dennoch als "gut". Weil die Sparkasse erheblich weniger Vorsorge für notleidende Kredite treffen musste, sprangen die Erträge vor Steuern um 42 Prozent auf 120,5 Millionen Euro. Nach Steuern und der Bedienung sämtlicher Verpflichtungen blieb ein Bilanzgewinn von knapp elf Millionen Euro, den die Sparkasse zur Stärkung ihres Eigenkapitals nutzt.

Für das laufende Jahr und die kommenden Jahre rechnet Grzesiek mit einer Stabilisierung der Gewinne bei rund 100 Millionen Euro jährlich. Nach Abzug der Verpflichtungen bliebe rechnerisch dann jeweils ein Bilanzgewinn von rund 30 Millionen Euro übrig.

Zu den laufenden Verpflichtungen zählen Zinsen für Genussscheine in Höhe von jährlich rund 15 Millionen Euro, ein ähnlicher Betrag für die Abwicklungsanstalt der ehemaligen WestLB sowie die Zinsen auf die stille Einlage der Städte Bonn und Köln in Höhe von rund 40 Millionen Euro jährlich.

Nachdem im vergangenen Jahr hierfür erstmals eine halbe Million floss, können sich die Städte, sofern das Geld über den Zweckverband weitergeleitet wird, im laufenden Jahr erstmals auf die Zinsen in voller Höhe freuen. Anteilig entfallen 70 Prozent auf Köln und 30 Prozent auf Bonn. An Ausschüttungen über die Zinszahlungen hinaus sei aber auf Jahre "nicht zu denken", stellte Grzesiek klar.

Dazu ist die Sparkasse KölnBonn noch zu schwach. Den schwindenden Zins- und Provisionserträgen will die Sparkasse unter anderem mit personalisierten Online-Angeboten begegnen. Der Anteil der reinen Filialkunden sei auf 21 Prozent gesunken, berichtete Grzesiek, die Mehrheit nutze sowohl Internet als auch die Geschäftsstellen.

Etwas mehr als ein Viertel der Kunden nutze ausschließlich Onlinekanäle für die Bankgeschäfte. Die Zahl der Mitarbeiter will die Sparkasse nach einem deutlichen Abbau in den vergangenen Jahren jetzt konstant halten, ebenso die Zahl der Auszubildenden, die bei knapp 250 liegt.

Für Spenden und Sponsoring gab die Sparkasse im vergangenen Jahr 14,1 Millionen Euro an rund 1700 Vereine und Initiativen in der Region. Das waren 400.000 Euro mehr und rund 100 Vereine mehr als im Vorjahr. Rund vier Millionen Euro flossen in Bonner Projekte und Initiativen. Der Sparkassen-Neubau am Friedensplatz liegt laut Grzesiek im Plan: "Richtfest ist am 12. April, im Herbst sollen erste Mieter einziehen."