Traditions-Immobilie

Kölner Summit strebt auf den Petersberg

Nur 331 Meter hoch, trotzdem weltberühmt: Auf dem Petersberg nächtigten Kaiser und Könige, Staatsoberhäupter, schwerreiche Scheichs und Konzernlenker.

KÖNIGSWINTER. Wer wird neuer Eigentümer des Petersbergs? Private Investoren könnten Besitzer der Traditionsimmobilie werden. Die Verhandlungen sind offenbar fortgeschritten.

Seit vor anderthalb Jahren der Bund die Traditions-Immobilie zum Verkauf gestellt hat, läuft das Bieterverfahren unter strikter Geheimhaltung. Eigentlich hätte es Ende vergangenen Jahres abgeschlossen sein sollen.

Die verantwortliche Bundesanstalt für Immobilienaufgaben berichtete noch im Oktober von einer "genügenden Anzahl an Bewerbern". Doch bisher gibt es keinen Vertragsabschluss.

Nach GA-Informationen könnte beim Petersberg ein Bieter aus der Region zum Zuge kommen. Die Kölner Summit Partners GmbH, ein Zusammenschluss privater Investoren, hat ein Angebot in zweistelliger Millionenhöhe zum Erwerb des Geländes samt Hotel abgegeben. Kreditgeber von Summit Partners bei dem Geschäft ist die Sparkasse KölnBonn. Die Verhandlungen seien bereits fortgeschritten, hieß es.

Udo Schulz, geschäftsführender Gesellschafter von Summit Partners, wollte am Freitag auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben: "Dazu äußern wir uns nicht." Auch bei der Sparkasse KölnBonn und der mit dem Verkauf des Petersbergs beauftragten Wirtschaftsberatung KPMG gab es keine Informationen.

Der Verkauf ist von Seiten des Bundes an zahlreiche Bedingungen geknüpft. Unter anderem muss das Gelände öffentlich zugänglich bleiben.

Summit Partners ist nach Unternehmensangaben seit 17 Jahren in Deutschland aktiv. Ursprünglich war die Gesellschaft die Deutschland-Tochter einer gleichnamigen in den USA, Großbritannien und Indien ansässigen Gruppe von Finanzinvestoren. Heute gebe es keine rechtlichen Verbindungen mehr, sagte Schulz.

Summit Partners besitze in Deutschland rund 20 Hotels, Kliniken, Wohn- und Pflegeeinrichtungen. Dazu gehört etwa das Luxushotel Parkhotel Schlangenbad in Wiesbaden. In der Region sind es laut Schulz das ehemalige Dominikanerkloster Walberberg in Bornheim sowie das Waldhotel Sophienhof auf der Margarethenhöhe in Königswinter.

In Köln besitzt Summit Partners den im originalen 50er-Jahre-Stil erhaltenen und unter Denkmalschutz stehenden Limelight-Club in Junkersdorf. Bei der Pleite des Königswinterer Altenheim-Betreibers Refugium im Jahr 2001 hatte Summit Partners laut Schulz zahlreiche Einrichtungen von Refugium übernommen und diese später teilweise weiterverkauft.

Bei der Übernahme eines Altenwohnheims in Heidelberg Ende 2007 durch Summit Partners war es zeitweise zu scharfen Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft Verdi gekommen.

Nach Angaben der Gewerkschaft sollten die Mitarbeiter neue Arbeitsverträge mit niedrigeren Bezügen unterschreiben. Nach Mahnwachen der Mitarbeiter vor dem Heidelberger Rathaus zog sich Summit Partners als Betreiber zurück und vermietete das Objekt an eine evangelische Gesellschaft.

In Walberberg, der neuen Zentrale von Summit Partners, arbeiten laut Schulz rund 25 Mitarbeiter, bundesweit seien es rund 1 000. Den Umsatz von Summit Partners beziffert der Geschäftsführer mit rund 50 Millionen Euro. Das ehemalige Dominikanerkloster will Summit Partners für rund acht Millionen Euro in ein Vier-Sterne-Hotel umbauen.