Die älteste Aktie Deutschlands

Köln-Düsseldorfer geht von Bord

Das KD-Ausflugsschiff MS Rheinfantasie unterwegs auf dem Rhein.

Das KD-Ausflugsschiff MS Rheinfantasie unterwegs auf dem Rhein.

Köln. Die Hauptversammlung hat den Rückzug des Rheinschifffahrtsunternehmens von der Börse beschlossen. Die Aktie war seit 185 Jahre gelistet.

Eine Ära geht zu Ende – für die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG (KD), aber auch für die deutsche Börsenlandschaft. Die KD zieht sich vom Parkett zurück, nachdem die Aktien seit 185 Jahren gelistet waren. So haben es die Aktionäre mehrheitlich bei einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen, wie das Unternehmen am Freitag bestätigte.

Mit dem seit dem letzten Eigentümerwechsel angekündigten Schritt geht eine der ältesten durchgehend börsennotierten Aktiengesellschaften der Welt von Bord der Börse. Der Beschluss zum sogenannten Squeeze-out hat zur Folge, dass es keine freien Aktionäre mehr geben wird. Die Kleinaktionäre der KD waren zuletzt mit weniger als drei Prozent aller Stimmrechte ohnehin in der Minderheit.

Großaktionär ist seit Herbst vergangenen Jahres die KD River Invest. Hinter der KD River Invest GmbH steht die River Advice AG mit Sitz in Basel. River Advice bezeichnet sich selbst als „europaweit führendes Kompetenz- und Servicezentrum für die Flusskreuzfahrtindustrie“. Die River Advice AG betreibt nach eigenen Angaben derzeit 45 Flusskreuzfahrtschiffe für rund 20 Reiseveranstalter.

Die Schiffe der KD sind auf Rhein, Mosel und Main unterwegs. Der frühere Hauptaktionär Premicon hatte seinerzeit für den Verkauf der KD 5,6 Millionen Euro erhalten. Den letzten freien Aktionären lag ein Kaufangebot über 9,70 Euro je Anteilsschein vor. Nach der Entscheidung hatte lag die Aktie leicht im Minus bei 10,20 Euro.

Die Unternehmensgeschichte geht auf das Jahr 1825 zurück. Am 3. Oktober des Jahres hatte sich in Köln unter der Leitung des Kaufmanns Peter Heinrich Merkens die Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrt-Gesellschaft (PRDG) konstituiert. Einige Monate später genehmigte der preußische Innenminister Friedrich von Schuckmann die Statuten der Kölner Gesellschaft. Als Gründungsdatum gilt der 11. Juni 1826. Am 1. Mai 1827 nahm die PRDG mit dem Raddampfer Concordia den Betrieb im Personen- und Eilgüterdienst auf der Strecke von Mainz bis Köln auf. Am 8. Juni 1827 konnte auch der zweite Dampfer, die Friedrich Wilhelm, in Dienst gestellt werden. 1832 wurde das Unternehmen erstmals an der Börse gelistet. 1967 wurde schließlich die Köln-Düsseldorfer gegründet.

Heute betreibt das Unternehmen neun eigene Schiffe und stellt zudem Besatzungen für mehr als 30 Flusskreuzfahrten. Mit einem Umsatz von rund 27 Millionen Euro, von dem der Großteil auf das Tagesausflugsgeschäft entfällt, erwirtschaften die Kölner einen Gewinn von knapp 100 000 Euro.