Datenhunger

IT-Experte: "Es ist Wild-West-Stimmung"

Hackerskandal

Laut Apple gab keine generelle Sicherheitslücke im iCloud-Speicherdienst. Foto: Armin Weigel

BONN. IT-Experte warnt in Bonn vor den langfristigen Folgen der Smarthphone Nutzung. Deren Bedeutung werde erst mit der Zeit spürbar.

Smartphones werden unser Leben in den nächsten Jahren drastisch verändern. Davon ist der Augsburger Wirtschaftsinformatiker Key Pousttchi überzeugt. "Das geschieht allerdings oft so schleichend, dass wir die Bedeutung erst später erkennen", warnte der IT-Experte gestern vor Unternehmern aus der Region im Museum König. Das Mittelstandsnetzwerk BonnSoir hatte seine Mitglieder zu einem Symposium über wirtschaftliche Perspektiven eingeladen.

Pousttchi sieht die rasanten Entwicklungen gerade beim sogenannten Mobile Business, also der Abwicklung von Geschäftsprozessen über mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets, durchaus kritisch. Gerade bei den mobilen Bezahlsystemen, wie sie der US-Konzern Apple etwa gerade auf den Markt gebracht hat, ginge es den Anbieter nicht etwa in erster Linie um Einnahmen durch die Zahlungsabwicklung. "Ziel ist vor allem das Sammeln und Auswerten der Kundendaten", sagte Pousttchi. Denn mit ihnen könnten die Konzerne in Zukunft als Mittler zwischen Händlern und Kunden Geld verdienen.

Dafür fehlen laut Pousttchi bisher die Rahmenbedingungen: "Es herrscht Wild-West-Stimmung". Was tun? Einen Rückzug aus der Welt der großen Datenmengen hält er für unmöglich: "Man hat auch versucht die Dampfmaschine aufzuhalten." Politik und Verbraucherschutz müssten dafür sorgen, dass Internetnutzer Mitsprache über ihre Datennutzung erhalten. Pousttchis Hoffnung auf Umsetzung seiner Forderungen ist begrenzt: "Viele Leute im politischen Raum verstehen die digitale Welt einfach nicht." Das zeige auch das Verbot des Online-Taxikonkurrenten Uber. Pousttchi plädiert dafür, die euopäische IT-Branche zu stärken, damit sie gegen die Übermacht der US-Riesen Google, Microsoft, Apple und Ebay bestehen könne.