Firmengründungen in der Region

IHK will mehr Gründer in der Region

Junges Format für Jungunternehmer: Beim Summer Slam des Digital Hub präsentierten Start-ups ihre Ideen.

Junges Format für Jungunternehmer: Beim Summer Slam des Digital Hub präsentierten Start-ups ihre Ideen.

BONN. Die Lage auf Arbeitsmarkt führt zu weniger Neugründungen. Mit der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis organisiert die IHK deswegen ab dem 12. November die Gründerwoche mit mehreren Info-Veranstaltungen, Aktionstagen und Workshops.

Es gibt in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis Gründerzentren, Gründernetzwerke, Gründerberatungen, es gibt Ideenmärkte, Start-up-Wettbewerbe und Fördergeld. Was fehlt? Gründer. Zumindest könnten es nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg noch einige mehr sein. Sie verweist auf eine Studie der Creditreform vom Juni, wonach die „Dynamik des Gründungsgeschehens“ in der Region schwach ausgeprägt sei. Mit der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis organisiert die IHK ab dem 12. November die Gründerwoche mit mehreren Info-Veranstaltungen, Aktionstagen und Workshops.

Schlusspunkt ist die Gründungsmesse am 17. November bei der IHK. Dort präsentieren sich mehr als 20 Aussteller vom Digital Hub über die Bonner Uni und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bis hin zu Banken. Ziel ist es, den Gründergeist zu beflügeln. Adressaten sind potenzielle Existenzgründer, aber auch Schüler und Studenten.

Auch wenn sich IHK, Bundesstadt und Kreis insgesamt mehr Dynamik in der regionalen Gründerszene erhoffen, bewerten ihre Vertreter die bisherige Entwicklung keineswegs negativ. „Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt – in manchen Gebieten des Kreises haben wir nahezu Vollbeschäftigung – führt dazu, dass weniger gegründet wird“, sagt Kreis-Wirtschaftsförderer Hermann Tengler. Die Szene zeichne sich eher durch Qualität als durch Quantität aus, ergänzt Regina Rosenstock von der IHK: „Viele Gründungen bei uns erfolgen mit Substanz und weniger aus der Not heraus.“

Gründerwoche und Messesollen Plattform bieten

Das bestätigte Bonns Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe anhand ihrer Erfahrungen aus der Existenzgründerberatung: „Die Gründungen erfolgen zunehmend auf der Grundlage von Fachwissen und Berufserfahrung in speziellen Marktnischen.“ Nach Angaben der IHK gibt es beispielsweise in der Gesundheitswirtschaft eine überdurchschnittlich ausgeprägte Gründungsquote. Unterm Strich verzeichneten Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis 2017 insgesamt 781 mehr Gewerbeanmeldungen als Abmeldungen. Auf beiden Seiten sind die Zahlen rückläufig. Demnach kamen im Jahr 2017 im IHK-Bezirk 8192 Betriebe dazu, 6971 davon waren Neueinrichtungen. Zugleich meldeten sich 7411 Betriebe ab.

„Die Zukunftsfähigkeit der Region hängt ein Stück weit vom Gründungsgeschehen ab“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille, der sich bei der Finanzierung innovativer Projekte allgemein mehr Mut wünscht. Er berichtete von einem Gründer, der von der Bonner Uni kam und sich mit einem selbst entwickelten Verfahren selbstständig machen wollte. Seine Geldgeber fand er letztlich in den USA, produziert wird in China. Allerdings gebe es inzwischen auch positive Ansätze wie das Gründerstipendium des nordrhein-westfälischen Innovationsministeriums, so Hille. Dabei erhalten Gründer für die Dauer von einem Jahr bis zu 1000 Euro monatlich.