Maritim Hotel in Bonn

Henrik Große-Perdekamp ist der neue Hausherr

Der bisherige Hotelchef Hans R. Schaden (links) ist jetzt als Regionaldirektor für neun Maritum-Häuser zuständig. Nachfolger Henrik Große-Perdekamp hat zuletzt in Königswinter gewirkt.

BONN. Stabwechsel beim Maritim Hotel Bonn. Seit dem 1. Januar lenkt Henrik Große-Perdekamp die Geschicke des größten Bonner Hotels, das im Schnittpunkt der großen Unternehmen, Ministerien und Museen an der B9 liegt.

Der 50-Jährige arbeitet seit 20 Jahren im Konzern, davon sieben Jahre als Direktor in Häusern an der Ostsee, in Bad Salzuflen und zuletzt zehn Jahre in Königswinter. In Bonn hat der verheiratete Vater zweier Kinder Hans R. Schaden abgelöst, der ab sofort als Regionaldirektor für neun Maritim-Häuser im Umkreis fungiert.

Der 55-jährige Schaden folgt hier auf Reiner Mülhausen, der in den Ruhestand ging. Schaden betreibt die Geschäfte von Bonn und Köln aus. Am Standort Königswinter ist seit Montag der bisherige stellvertretende Düsseldorfer Maritim-Direktor Andreas Ewald in die Chefposition aufgerückt.

Schaden blickt zufrieden auf seine achtjährige Direktorenzeit zurück. "Bonn ist ein guter Standort, der von den Dax-Unternehmen, den Ministerien und den UN-Organisationen sowie der Deutschen Welle geprägt ist", so der 55-Jährige. Das mit 200 Mitarbeitern betriebene Maritim in unmittelbarer Nähe der UN könne im Schnitt mit einer großen internationalen Konferenz pro Jahr rechnen.

"In zwei Jahren gab es in meiner Zeit sogar drei Konferenzen, die jeweils rund 2500 Personen in die Region brachten", so Schaden. Davon profitiere die gesamte Hotellerie. Das Bonner Maritim mit seinem Umsatz von rund 17 Millionen Euro pro Jahr baue derzeit auf 85 Prozent Gäste aus dem Businessbereich.

Die Hälfte davon nutzten auch die Konferenzräume des 410-Zimmer-Hotels. An Wochentagen komme das Vier-Sterne-Haus im Schnitt auf eine Auslastung von 80 bis 100 Prozent, sagt Schaden zufrieden. "Am Umsatz gemessen ist Bonn im Konzern gut aufgestellt, am Ertrag gemessen sogar sehr gut."

Sorgen machten ihm aber weiterhin die nur knapp 50 Prozent Auslastung an den Wochenenden, fügt er hinzu. Und das, obwohl man schon attraktive Veranstaltungen wie die Europameisterschaften im Tischfußball oder die Fantasy-Messe RingCon nach Bonn geholt habe. "Ich habe es nicht geschafft, die Wochenendzahlen bedeutend zu steigern. Das touristische Potenzial Bonns ist bei weitem nicht ausgeschöpft", findet Schaden.

Gerade am Image als Kultur- und Shopping-Zentrum müsse aber auch die Stadt weiter arbeiten. "Das Festspielhaus muss kommen. Die Branche würde immens profitieren", so der frisch gebackene Regionaldirektor. Mit einem kulturellen Abbau würde die Stadt sich dagegen ein Eigentor schießen.

"Besser geht immer", ist die Devise des neuen Bonner Direktors Henrik Große-Perdekamp. Und da mache ihm auch das Konkurrenzprojekt am Horizont, das künftige World Conference Center Bonn (WCCB) samt Hotel keine Bange. Dort wollen die UN künftig ihre Konferenzen abhalten.

Die gesamte Branche werde von diesem Kuchen etwas abbekommen, meint er. "Vielleicht verlieren wir Kunden, aber wir gewinnen mit diesem regionalen Highlight auch sicher zahlreiche neue hinzu." Nur beim Sport bleibe er "Schönwetterjogger". Beruflich heiße es für ihn: Auch mit einem WCCB in der Nachbarschaft werde das Maritim noch gute Geschäfte machen.