IT-Branche

Hennefer Conet wächst durch Übernahme

HENNEF. Der Fachkräftemangel in der IT-Branche dürfte der Hennefer Conet Technologies AG künftig deutlich weniger Sorgen bereiten: Das Unternehmen hat den Frankfurter Personaldienstleister Quest übernommen und dadurch seinen Umsatz auf mehr als 100 Millionen Euro fast verdoppelt.Am Freitag stellte Conet in Hennef das neue Geschäftsmodell vor.

Der Hintergrund: Conet mit seinen bisher 360 Beschäftigten berät derzeit andere Unternehmen bei der Organisation ihrer Informationstechnologie. Die Hennefer betreiben außerdem ganze EDV-Systeme ihrer Kunden. "In der Vergangenheit mussten wir einige Aufträge ablehnen, da uns die Fachkräfte fehlen", sagte Conet-Vorstandschef Rüdiger Zeyen am Freitag.

Die Frankfurter Quest Softwaredienstleistung GmbH hat sich dagegen darauf spezialisiert, freiberufliche IT-Spezialisten an Firmen für durchschnittlich sechs bis neun Monate andauernde Projekte zu vermitteln. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über eine Datei von 40.000 selbstständigen Fachkräften und gehört damit zu den zehn größten Vermittlern dieser Art in Deutschland. Quest verdient sein Geld mit der Spanne zwischen den Honoraren, die sie den Fachkräften zahlen und denen, die sie von den Kunden erhalten.

Conet profitiert von der Übernahme nach eigenen Angaben gleich zweifach: Die Hennefer können selber auf die durch Quest vermittelten Freiberufler zugreifen und damit ihren Fachkräftemangel beheben. Und Conet kann seinen Kunden nun neben der Beratung und Entwicklung auch Personal anbieten.

"Jetzt sind wir bestens aufgestellt und können aus eigener Kraft weiter wachsen", sagte Conet-Vorstand Zeyen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Quest-Gründerin und Alleineigentümerin Catarina Heppe sei mit Geld und Aktien bezahlt worden und wechsele aus der Geschäftsführung in den Conet-Beirat.

Mit der Übernahme wächst das Unternehmen deutlich. Der Umsatz soll in diesem Jahr auf 105 Millionen Euro steigen, davon stammen 55 Millionen Euro aus dem angestammten Geschäft der Hennefer. Im vergangenen Jahr hat Conet nach eigenen Angaben einen Umsatz von 44,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Auch das Ergebnis soll der Zukauf beflügeln. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit 4,7 Millionen Euro, davon 2,5 Millionen Euro ohne Quest. 2011 lag das Jahresergebnis von Conet bei 1,8 Millionen Euro.

Die Mitarbeiterzahl erhöht sich durch den Neuzugang allerdings kaum. Bei Conet arbeiten in diesem Jahr 360 Beschäftigte, dazu kommen die lediglich 40 Mitarbeiter von Quest, die überwiegend am alten Firmensitz Frankfurt bleiben. Trotzdem wird es für Conet nach Angaben von Zeyen eng am Hennefer Firmensitz.

Nach Angaben des Vorstandschefs verhandelt das Unternehmen derzeit mit der Stadt über eine Erweiterung des Geländes. Conet favorisiere dabei einen Neubau auf dem derzeitigen Firmenparkplatz und will ein Parkhaus auf einem Nachbargrundstück errichten. Aber auch ein Umzug ins Gewerbegebiet Hossenberg werde diskutiert, so Zeyen.