Grafschafter Krautfabrik will höhere Preise durchsetzen

Brüssel soll "Rheinische Zuckerrübensirup" als geografische Angabe schützen

Meckenheim. Die Grafschafter Krautfabrik Josef Schmitz KG will im kommenden Jahr beim Handel höhere Abnahmepreise für ihren unter der Marke Grafschafter Goldsaft verkauften Zuckerrübensirup durchsetzen. Das sagte Geschäftsführer Stefan Franceschini am Dienstag in Meckenheim. Zuletzt habe das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Preiserhöhung um gut fünf Prozent realisieren können.

Um den seit längerem stagnierenden Absatz des vor allem von der Generation 40 Plus konsumierten Goldsafts anzukurbeln, startet das Unternehmen außerdem eine Werbekampagne mit Schwerpunkt in NRW. Gemeinsam mit zwei anderen Rüben- und Apfelkrautproduzenten haben die Meckenheimer darüber hinaus eine Schutzgemeinschaft für die beiden Produkte "Rheinischer Zuckerrübensirup" und "Rheinisches Apfelkraut" ins Leben gerufen.

Ziel sei es, von der Europäischen Union das Siegel "Geschützte geografische Angabe" zu erhalten und auch damit die Absatzchancen zu verbessern, sagte Franceschini. In Deutschland seien derzeit 36 Produkte entsprechend geschützt. "Marktstudien haben ergeben, dass unsere Marke Grafschafter Goldsaft ähnlich bekannt ist wie Mövenpick oder Langnese und ein positives Image besitzt", sagte Franceschini, der das Meckenheimer Familienunternehmen seit 2004 in der vierten Generation führt. "Davon sollten wir beim Absatz stärker profitieren können."

Laut Franceschini verarbeitet die Krautfabrik mehr oder weniger konstant jährlich rund 55 000 Tonnen Zuckerrüben zu knapp 13 000 Tonnen Sirup. Die Rüben werden von rund 190 Landwirten aus der Region zwischen September und Dezember angeliefert. "Dieses Jahr scheint ein gutes Erntejahr zu werden", sagte Franceschini.

In den vergangenen Jahren sei die Verarbeitungskapazität in Meckenheim auf 14 000 Tonnen erweitert worden. "Wenn unsere Markenkampagne erfolgreich ist, können wir zusätzliche Mengen schnell liefern", so der Firmenchef. In Meckenheim beschäftigt die Grafschafter Krautfabrik laut Franceschini 95 Mitarbeiter. Die Umsatzentwicklung am Standort bezeichnete der Firmenchef als "erfreulich", in diesem Jahr sollen die Erlöse 30 Millionen Euro übersteigen.

Davon entfallen etwa zwei Drittel auf Rüben-, Apfelkraut und ähnliche Brotaufstriche, ein Drittel erzielen die Meckenheimer mit der Herstellung spezieller Flüssigzucker-Mischungen, die etwa an Likör-Hersteller, Bäckereien oder an Abnehmer in der Tabakindustrie geliefert werden. Zusammen mit Tochtergesellschaften in den Niederlanden und in Hamburg sind bei der Krautfabrik 140 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz liegt laut Franceschini bei 55 Millionen Euro. Die Ertragslage bezeichnete der Firmenchef als "auskömmlich".