Bonner Fahnenfabrik

Französisches Familienunternehmen Doublet kauft das Traditionsunternehmen

BONN. Kaum vier Monate nach dem Insolvenzantrag kann die Bonner Fahnenfabrik wieder positiv in die Zukunft blicken. Nach umfangreichen Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten aus dem In- und Ausland haben sich die Insolvenzverwalterin Ingrid Trompertz und die französische Unternehmensgruppe Doublet Group SA im Rahmen eines Kaufvertrages über die Bonner Fahnenfabrik (BoFA) geeinigt.

Der Kaufvertrag wurde am Donnerstag unterzeichnet und tritt am 1. April in Kraft. Der Produktionsstandort in Bonn bleibt erhalten. Zu den Einzelheiten wurde Stillschweigen vereinbart, aber bei den Beteiligten ist Zufriedenheit zu vernehmen. "Angesichts der sehr komplexen Sach- und Interessenlage bei den Verfahrensbeteiligten freue ich mich sehr, dass wir der Bonner Fahnenfabrik diesen Neustart ermöglichen und über 80 Prozent der Arbeitsplätze erhalten konnten", sagt Trompertz. Durch die Unterstützung des Investors und die konstruktive Abstimmung mit dem Betriebsrat und der IG-Metall konnten die übrigen 13 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft überführt werden.

Bis zur Übernahme befand sich die Bonner Fahnenfabrik in der fünften Generation in Familienbesitz. 1866 wurde sie von Josef Meyer gegründet. Das Traditionsunternehmen produziert und vertreibt Fahnen für den Innen- und Außenbereich sowie vielfältige textilen Werbemittel. Vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs und durch die zunehmende Eurokrise musste das Unternehmen Ende November 2011 einen Insolvenzantrag stellen.

Der französische Erwerber  Doublet ist, ebenso wie die Bonner Fahnenfabrik, ein traditionsreiches Familienunternehmen. 1832 wurde Doublet in Nordfrankreich gegründet und verfügt heute neben einer eigenen Produktion über zahlreiche internationale Vertriebsniederlassungen und Tochterunternehmen in den USA, in Polen, Spanien, Portugal, England sowie auch in Deutschland.

"Die Produktpalette von Doublet wird die der Bonner Fahnenfabrik hervorragend ergänzen", so Lisa Pias, die bisher das Marketing und den Vertrieb der deutschen Doublet GmbH von Kassel aus geleitet hat. In Deutschland bestehe für Doublet noch enormes Wachstumspotenzial, während man in Frankreich bereits einer der Top-Player am Markt sei.

Die Leitung der Aktivitäten in Bonn wird Jean-Bernard Doublet wahrnehmen. Der 34-Jährige war bisher als Produktionsleiter in Frankreich tätig und sieht die technischen Anlagen der BoFa als "eine sehr gute und gewinnbringende Ergänzung der eigenen Produktion".

Am Freitag informierte er gemeinsam mit Insolvenzverwalterin Trompertz und Luc Doublet, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Doublet Group SA, die Beschäftigten über den Vertragsabschluss. "Wir freuen uns, mit der Bonner Fahnenfabrik ein traditionsreiches und sympathisches deutsches Unternehmen erworben zu haben", sagt Luc Doublet gleich zu Beginn der Veranstaltung, "Gemeinsam sind wir hervorragend für die Zukunft aufgestellt."