Bonner Solarworld-Gründer

Frank Asbeck feiert 60. Geburtstag

Frank Asbeck, genannt der Sonnenkönig: Der Gründer der Solarworld AG legte mit seinem Unternehmen einen steilen Aufstieg hin und stürzte ebenso steil ab.

Frank Asbeck, genannt der Sonnenkönig: Der Gründer der Solarworld AG legte mit seinem Unternehmen einen steilen Aufstieg hin und stürzte ebenso steil ab.

Bonn. Der Bonner Solarworld-Gründer und ehemalige Börsenstar Frank Asbeck wird 60 Jahre alt. Es ist ruhig geworden um den "Sonnenkönig", der mit seiner Solarworld AG zweifach pleite ging.

Die Zeiten sind vorbei, in denen Frank Asbeck als „Sonnenkönig“ die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse beherrschte. Es ist ruhig geworden um den Bonner Unternehmer, der am Sonntag 60 Jahre alt wird. Dabei ist Asbeck nach wie vor kein Freund der leisen Töne. Daran hat auch die zweifache Pleite seiner Solarworld AG nichts geändert.

Seine Geburtstagsgäste im Remagener Forstgut Calmuth will der ehemalige Börsenstar am Samstagabend unter anderem mit einer Darbietung der Arie des Schweinezüchters Zsupan aus dem „Zigeunerbaron“ unterhalten, sagt er. Denn die Borstenviecher haben es ihm nach dem insolvenzbedingten Abschied aus den höheren Sphären der Finanzwelt besonders angetan. Über seine rund 60 ungarischen Mangalica-Wollschweine gerät Asbeck ins Schwärmen – ganz wie in alten Zeiten bei den Solarworld-Hauptversammlungen über die Sonnenenergie. Diese Tiere lieferten den besten Speck, und überhaupt, als studierter Agraringenieur mit der Fachrichtung Tierproduktion kehre er mit 60 Jahren ja auch irgendwie zu den Wurzeln seiner Karriere zurück. Schwein gehabt.

Von einem kompletten Rückzug in die Landwirtschaft kann trotzdem keine Rede sein. In Bonn betreibt Asbeck weiterhin ein Ingenieurbüro und tüftelt an technischen Neuerungen. „Ich melde immer wieder Patente an“, sagt er. Und dabei hat er sich auch von der Sonne nach dem Solarworld-Debakel nicht abgewendet. Er beschäftige sich mit der Entwicklung von Hochleistungssilizium, das Module effizienter macht, sagt Asbeck. Außerdem plane und errichte er in Deutschland Solaranlagen. Die betreibt allerdings kein Konzern mehr, sondern Asbeck selber, beziehungsweise eine der vielen Untergesellschaften im Firmengeflecht des umtriebigen Bonners.

Asbeck übernahm Schloss Marienfels von Thomas Gottschalk

Dazu kommt das, was Asbeck selber mit „Immobilienaktivitäten“ beschreibt. Der Unternehmer und seine Familie besitzen Häuser, Schlösser und Gewerbegebäude in Bonn und Umgebung, darunter die Villa Cahn am Plittersdorfer Rheinufer, in Remagen das Forstgut Calmuth sowie Schloss Marienfels, das Asbeck von TV-Entertainer Thomas Gottschalk übernahm. Asbeck, meist in Trachtenjacken gekleidet, liebt den großen Auftritt, die extravaganten Ideen.

Mit scheinbar grenzenlosem Glauben an die eigenen Visionen hat Asbeck seine inzwischen insolvente Solarworld AG zu ihren Blütezeiten auf einen Börsenwert von rund vier Milliarden Euro gebracht. Aber die Überzeugung von den eigenen Ideen hat nicht immer gereicht. 2008 sorgte Asbeck mit einem Übernahmeangebot für die deutschen Opel-Standorte für Erstaunen. General Motors winkte ab. Auch das Löwen-Freigehege in der Rheinaue und die Glaskuppel über dem Innenhof des Poppelsdorfer Schlosses haben es nicht über das visionäre Stadium hinaus geschafft. Ob es sich dabei, wie von Kritikern behauptet, um reine PR-Gags oder ernsthafte Pläne handelte, weiß wohl nur Asbeck selber.

Unauffällig lebte der Unternehmer in Bonn ohnehin nie. Sei es Zoff mit den Behörden über eigenmächtige Baumaßnahmen oder sein Engagement bei der Bürgerstiftung Rheinviertel – Asbeck mischt gerne mit. An den Rhein ist er erst zum Studium gekommen. Der geborene Hagener beschäftigte sich Anfangs nicht etwa mit Solarenergie, sondern schloss seine Zeit an der Universität mit einer Arbeit zum Thema „präventive Hygienemaßnahmen in der intensiven Forellenwirtschaft“ ab. 1988 machte Asbeck sich als Berater selbstständig. Wenig später entdeckte der bei den Grünen engagierte Ingenieur die Sonnenergie für sich als Geschäftsidee. Damals wurden die ersten Förderprogramme für die neue Technologie aufgelegt. Die unternehmerischen Chancen der staatlich stark regulierten Branche hat Asbeck für sich genutzt. Die Risiken bekam er später zu spüren, genau wie die vielen Kleinaktionäre der Solarworld AG.