Ermittlungen gegen Ex-Chef der Sparkasse KölnBonn

Gustav Adolf Schröder soll in verschiedenen Projekten 12 Millionen Euro veruntreut haben und mit anderen in Verdacht stehen, Subventionsbetrug mit Fördermitteln des Landesregierung begangen zu haben, berichtet das Magazin.

Köln/Kerpen. Die Staatsanwaltschaft hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" die Ermittlungen gegen den früheren Chef der Sparkasse KölnBonn ausgeweitet.

Gustav Adolf Schröder soll in verschiedenen Projekten 12 Millionen Euro veruntreut haben und mit anderen in Verdacht stehen, Subventionsbetrug mit Fördermitteln des Landesregierung begangen zu haben, berichtet das Magazin.

Dabei stützen sich die Ermittler auf einen Revisionsbericht der Sparkasse. Der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Günther Feld, sagte dazu: "Ich weiß davon nichts." Schröders Anwältin wies die Vorwürfe zurück.

Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht, alles sei transparent abgelaufen, sagte sie dem Magazin. Der Sprecher der Sparkasse KölnBonn, Norbert Minwegen, betonte, die Sparkasse habe alle Berater- und Dienstleistungsverträge überprüfen lassen. Die relevanten Berichte seien der Staatsanwaltschaft übergeben worden.

"Wir werden aber nicht über den Stand der Ermittlungen informiert." Laut "Focus" ist die Burg Hemmersbach in Kerpen-Horrem unter den Projekten, wegen derer ermittelt wird. Schröder soll den Unternehmern Helmut und Bernd Breuer, so das Nachrichtenmagazin, ohne erkennbare Gegenleistung 7,9 Millionen Euro für den Kauf der Wasserburg zur Verfügung gestellt haben.

Außerdem soll die Sparkasse Mietgarantien für die Ansiedlung von Start-Up-Unternehmen auf dem Herrensitz gegeben haben. Im Jahr 2001 hatten Helmut und Bernd Breuer den früheren Wohnsitz der gräflichen Familie Trips, wo auch der Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips aufwuchs, von Herbert Hillebrand gekauft.

Die Burg sollte als eine Art Ideenschmiede der Sitz von Software-Unternehmern werden, ähnlich der "Byteburg I" des Software-Gurus Kai Krause im rheinland-pfälzischen Rheineck. Krause wurde 2002 unter großem Medienrummel als Vorzeigemieter nach Horrem geholt, verließ die Wasserburg allerdings zwei Jahre später - und kritisierte unter anderem die Stadtsparkasse Köln, die mit Krediten für die Jungunternehmer gegeizt habe.

Für die Vermarktung der Burg verantwortlich war damals die "Byteburg Betreibergesellschaft", die wiederum eine Tochter des Multimedia Support Centers (MSC) war. 1996 in Bonn gegründet, sollte das MSC jungen Multimedia-Unternehmern Starthilfe geben.

Bis 2003 waren die Stadtsparkasse Köln und die Sparkasse Bonn alleinige Gesellschafter des MSC, das zwischen 1998 und 2004 mit 16 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln unterstützt worden ist.

Laut Informationen der Kölnischen Rundschau ist mittlerweile ein Makler beauftragt worden, der die Burg veräußern oder einen Investor für eine andere Nutzung suchen soll, denn der Mietvertrag mit einer früheren Tochter der Stadtsparkasse ist abgelaufen.

Ferner ist den Mietern mit Ablauf des vergangenen Jahres gekündigt worden, sie erhielten stattdessen befristete Verträge. Gegen Schröder ist bereits Anfang 2009 ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet worden.

Anfangs ging es um umstrittene Beraterverträge mit dem früheren Bürgermeister Josef Müller und dem ehemaligen CDU-Fraktionschef Rolf Bietmann. In letzterem Fall fordert das Institut Schadensersatz von zwei Millionen Euro. Später wurden die Ermittlungen auf zahlreiche Sparkassen-Projekte ausgeweitet, unter anderem die Beteiligung am verlustreichen Golfclub "Gut Lärchenhof" in Pulheim.

Außerdem soll das Geldinstitut bei der Ansiedlung von RTL in den Rheinhallen in Köln-Deutz geholfen haben. Dabei, so lautet der Vorwurf, habe man dem Sender, der mit dem Wegzug nach Hürth gedroht hatte, günstige Mieten in Aussicht gestellt.

Schröder bestreitet, sich falsch verhalten zu haben. In diesem Zusammenhang ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit gegen Schröder und den Troisdorfer Immobilienunternehmer Josef Esch.