Messe Kind+Jugend

Eltern sind spendabel

Die „Kind+Jugend“ wächst. Rund 1250 Unternehmen erwartet die Messe Köln. Das wären zwei Prozent mehr und ein neuer Rekord.

Die „Kind+Jugend“ wächst. Rund 1250 Unternehmen erwartet die Messe Köln. Das wären zwei Prozent mehr und ein neuer Rekord.

Köln. Knapp 1100 Euro werden für ein Kind in den ersten drei Lebensjahren ausgegeben, etwa 25 Euro weniger als im Vorjahr.

Baby- und Kinderausstatter profitieren weiter vom Babyboom in Deutschland. Immerhin 2,5 Milliarden Euro haben Eltern im abgelaufenen Jahr für die Kleinsten in den ersten drei Lebensjahren ausgegeben. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr, so Steffen Kahnt, stellvertretender Geschäftsführer des Handelsverbands Spielwaren (BVS). Schon seit 2012 steigt die Geburtsrate und hat inzwischen wieder die Werte aus Mitte der 90er Jahre erreicht. Da kann die Branche verschmerzen, wenn es im abgelaufenen Jahr – nach noch vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes – wohl einen leichten Rückgang auf 785 000 Neugeborene gegeben hat.„Die gute Arbeitsmarktlage ermutigt junge Leute, eine Familie zu gründen“, sagte Kahnt im Vorfeld der Kölner Messe Kind + Jugend.

Und es gibt weiteren Rückenwind für die Branche Mütter sind bei der Geburt des ersten Kindes heute etwa über 30 im Durchschnitt, die dazugehören Väter noch ein paar Jahre älter. Dafür sogen schon längere Ausbildungszeiten. In der regel arbeiten beide. Und die gut ausgebildeten Frauen und Männer haben auch in der Regel schon einige Berufsjahre hinter sich und einige Stufe auf der Karriereleiter erklommen. Das höhere Gehalt kommt auch dem Nachwuchs zugute.

Auch ist das Konsumklima generell gut. Schließlich kaufen auch Großeltern, Onkel und Tanten für den Nachwuchs Spielzeug. Kleidung oder Möbel.

Beispiel Autokindersitz. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn nicht nur im Familien- und im Zweitwagen ein Kindersitz montiert ist, sondern auch noch im Auto der Großeltern. 2,49 Millionen Autositze wurden im abgelaufenen Jahr verkauft, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Wichtig ist den Eltern die Sicherheit des Nachwuchses. So sind rückwärtsgerichtete Sitze, bei denen das Gewicht des Kindes bei einem Aufprall stärker verteilt wird, weiter im Trend. Auch gewinn der i-Size-Standard mit höheren Sicherheitsstandards bei Seiten- und Frontalaufprall an Bedeutung. Das hat seinen Preis. 289 Euro kostet der neue Sitz im Durchschnitt, insgesamt liegt der Durchschnittspreis für Sitze bei 90 Euro.

Praktisch soll Kinderausstattung sein. Eltern seien sehr mobil, so Kahnt. Da müsse der Kinderwagen mit einer Hand klappbar sein, wie eine Tasche frei stehen können und leicht zu tragen sein. Es gebe auch den Trend zum Buggy im Handgepäck-Format. Verkauft wurden 843 600 Kinderwagen, drei Prozent mehr. Beim Spielzeug für Kinder bis drei Jahre sank der Umsatz aber um 6,6 auf 494 Millionen. 1097 Euro werden für ein Kind in den ersten drei Lebensjahren ausgegeben, etwa 25 Euro weniger als im Vorjahr.

Alle Ausgaben für Kinder bis 14 Jahre inklusive Möbel und Bekleidung stiegen um 2,1 Prozent auf 7,3 Milliarden, sagte Michael Neumann, Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Kinderausstattungs-Hersteller. Neben Sicherheit komme es bei Möbeln und Textilien vor allem Nachhaltigkeit an.

Die „Kind+Jugend“ wächst. Rund 1250 Unternehmen erwartet Messe-Geschäftsführerin Katharina C. Hamma. Das wären zwei Prozent mehr und ein neuer Rekord.