Kommentar zur Deutschen Post

Einseitige Ausrichtung

In den Paketzentren der Post ist immer mehr zu tun. Doch Sendungen von Großkunden werfen der Post nicht genug ab.

In den Paketzentren der Post ist immer mehr zu tun. Doch Sendungen von Großkunden werfen der Post nicht genug ab.

Die Deutsche Post DHL setzt bei ihrem Restrukturierungsprogramm für die Paketsparte vor allem auf die Frühpensionierung von Beamten in der Verwaltung. Das bringt aber zunächst wenig Einsparungen.

Das Vorgehen der Post erstaunt. Es erinnert an die neunziger Jahre, nachdem Telekom, Post und Postbank privatisiert worden waren. Auf dem Weg zu mehr Profitabilität mussten Kosten gedrückt werden. Ein einfacher Weg war die Frühpensionierung von Beamten. Auch zwischen 2002 und 2008 haben Post, Postbank und Telekom fast 25 000 Beamte zwischen 45 und 48 Jahren wegen Dienstunfähigkeit in den Vorruhestand geschickt.

Während diese Regelungen die Steuerzahler belasteten, sind die Kosten des Vorruhestands heute von den Unternehmen alleine zu bezahlen. Deshalb ist überraschend, dass die Post die Frühpensionierungen als Hauptinstrument für die Kosteneinsparungen in der Paketsparte nutzt. Denn zunächst sind ja Pensionskosten zu verbuchen, denen kein Arbeitseinsatz mehr gegenüber steht – außer natürlich das ehrenamtliche Engagement, zu dem die Beamten laut Gesetz verpflichtet sind. Wann eine Stelle dem Personalüberhang zugeschrieben wird, ist offenbar ein höchst flexibler Prozess. Eine Variante, die zu mehr Einnahmen führen würde, wäre das Ausleihen der Mitarbeiter an andere Behörden. Damit hat die Telekom gute Erfahrungen gemacht, beispielsweise an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Derzeit könnte auf jeden Fall die Bundesanstalt für Telekommunikation und Post, die für die Rentenberechnung zuständig ist, gut mehr Mitarbeiter gebrauchen. Dort führt die Welle an Anträgen zu langen Bearbeitungszeiten.