Nach der Insolvenz

Die Solarworld GmbH stockt auf

Solarworld produziert in Thüringen und Sachsen. Foto: MYPEGASUS GmbH/MYPEGASUS GmbH/obs

Solarworld produziert in Thüringen und Sachsen. Foto: MYPEGASUS GmbH/MYPEGASUS GmbH/obs

Bonn. 77 Beschäftigte kehren in die Produktion zurück und nehmen wieder ihre Arbeit auf. Die Zentrale soll weiterhin in Bonn bleiben.

Von den alten Zahlen ist die neue Solarworld noch weit entfernt. Doch nach der drastischen Schrumpfkur und Umwandlung in eine GmbH wächst das Unternehmen wieder leicht. 77 frühere Mitarbeiter stellt Solarworld in Ostdeutschland wieder ein. Bereits in dieser Woche habe ein Teil der Beschäftigten die Arbeit aufgenommen. Das teilte die neue Solarworld GmbH mit, die Firmengründer Frank Asbeck gemeinsam mit Investoren aus Katar aus der Insolvenzmasse der Solarworld AG herausgekauft hat.

Die Mitarbeiter seien aus Transfergesellschaften zurück an die Solarworld-Produktionsstandorte im thüringischen Arnstadt und sächsischen Freiberg gewechselt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Gute Nachfrage habe es Solarworld ermöglicht, „die Produktion schneller zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen“, so der alte und neue Solarworld-Chef Frank Asbeck laut Unternehmensmitteilung. Doch nur ein Teil der früheren Beschäftigten kann davon profitieren. Neben den ehemaligen Mitarbeitern werde das Unternehmen auch Leiharbeiter einstellen, um flexibler reagieren zu können, kündigte Solarworld an. Diese Pläne sorgten an den ostdeutschen Standorten für Unverständnis, wie die sächsischen Zeitung „Freie Presse“ berichtet.

Der Sitz des neuen Unternehmens soll Bonn bleiben, bestätigte Solarworld. Hier arbeitet die Verwaltung mit 45 Beschäftigten am Plittersdorfer Solarworld-Standort. Der frühere Solarworld-Verwaltungssitz an der Auermühle werde nicht mehr genutzt.

Nach der Insolvenz im Mai dieses Jahres ist aus der Aktiengesellschaft mit vorübergehend fast 3000 Mitarbeitern eine GmbH unter der Führung Asbecks mit zuletzt 515 Beschäftigten entstanden. Das Unternehmen, das vorher als eines der letzten in Deutschland die gesamte Wertschöpfungskette der Solarindustrie abdeckte, beschränkt sich nun auf die letzten Schritte der Produktion: die Herstellung von Zellen und von Modulen.

Die Vorprodukte würden, unter anderem wegen des hohen Energiebedarfs bei der Fertigung, nicht mehr selbst hergestellt sondern zugekauft, sagte ein Unternehmenssprecher. Auch die Produktpalette sei deutlich verkleinert worden. Die weitere Entwicklung der Produktion sei noch nicht absehbar, hieß es.

Nach Angaben aus Arbeitnehmerkreisen stehen die verbliebenen Beschäftigten in den Solarworld-Werken wegen einer hohen Arbeitsbelastung derzeit stark unter Druck.