In der Bonner Nordstadt

Deutsche Post errichtet moderne Zustellbasis

Noch stehen erst die Stützen für die neue Pakethalle mit 6700 Quadratmetern. Im Oktober soll Einweihung sein. Vertreter der Post, des Investors und der Stadt Bonn besichtigen die Baustelle an der Friedrich-Wöhler-Straße.

Bonn. Die Baugenehmigung war kaum unterschrieben, da legte die Deutsche Post DHL mit ihrem Neubauvorhaben an der Friedrich-Wöhler-Straße schon los. Auf einer 2,2 Hektar großen Brache des Areals der Hydro Aluminium Werke gleich hinter dem Nordfriedhof entsteht eine ihrer neuen mechanisierten Zustellbasen für Pakete.

Ziel der Post ist es, die Pakete künftig so schnell wie einen Brief, möglichst vom einem Tag zum anderen, zuzustellen. Deshalb will die Post bis 2015 rund 750 Millionen Euro in den Ausbau der neuen Logistikzentren bundesweit investieren, sagte Postsprecher Dieter Pietruck am Donnerstag vor Ort.

In NRW ist Bonn neben Braunschweig und Bochum die dritte Stadt, in der eine dieser modernen Zustellbasen gebaut wird. Hintergrund: Der Paketmarkt boomt. Rund drei Millionen Pakete stellt die Post übers Jahr bundesweit am Tag zu. Voriges Jahr zu Weihnachten waren es sogar schon sieben Millionen Pakete täglich, berichtete Pietruck. "Wir sind hart an der Kapazitätsgrenze."

Und weil die an der bisherigen Bonner Paketzustellbasis am Kaiser-Karl-Ring längst erreicht sei, solle der Standort aufgeben und an die Friedrich-Wöhler-Straße verlagert werden. Umzugstermin für die derzeit 115 Mitarbeiter ist Oktober. Später sollen mehr als 130 Beschäftigte in der neuen Anlage arbeiten. Von den in der Regel 50 Fuhren am Tag sollen 28 von den neuen Elektrofahrzeugen der Post übernommen werden.

Investor und Bauherr des Neubaus ist nicht die Post, sondern die Kadans Real Estate GmbH aus den Niederlanden. Das Unternehmen hat das Grundstück von Hydro Aluminium inzwischen erworben. Seit Mitte der 90er Jahre stand das Areal im "Aluminium-Quartier" zum Verkauf, berichtete Michael Peter Steffen, Chef der Kommunikationsabteilung von Hydro Aluminium.

Die Idee, dort ein Einkaufszentrum zu errichtet, kam nicht zum Tragen, weil sie nicht mit dem Zentrenkonzept vereinbar war, erläuterte Ulrich Ziegenhagen von der städtischen Wirtschaftsförderung. Seinem Amt galt das Lob von Post und Bauherrn für die reibungslose, schnelle und unbürokratische Unterstützung. Das sei nicht überall selbstverständlich, sagte Kandas-Geschäftsführer Ernest Meertes.

Der bisherige Standort
Bis 2008 war der Standort der bisherigen Paketzustellbasis am Kaiser-Karl-Ring/Ecke Dorotheenstraße im Besitz der Deutschen Post. 2008 verkaufte sie die Immobilie mit vielen anderen Post-Liegenschaften im gesamten Bundesgebiet an den U.S.-Investor Lone Star. Was mit dem Bonner Gelände geschieht, ist noch nicht bekannt.