Quartalszahlen des Bonner Konzerns

Deutsche Post enttäuscht die Börsianer

Die Post prüft eine Erhöhung der Paketpreise.

Die Post prüft eine Erhöhung der Paketpreise.

Bonn. Die Quartalszahlen der Post schicken die Aktie auf Talfahrt. Das Geschäft wurde auch durch fehlende Hühnchenteile in Großbritannien beeinträchtigt.

Bei den Börsianern kamen die Geschäftszahlen der Deutschen Post DHL zum ersten Quartal gar nicht gut an: Der Aktienkurs der Post brach am Dienstagmorgen um mehr als sieben Prozent ein. Damit war der Titel der schwächste Wert im Dax. Währungseffekte und der Verkauf der Tochter Williams Lea Tag haben den Rekordkurs der Gesellschaft zum Jahresauftakt gebremst: Die Geschäftszahlen fielen schlechter aus, als von Finanzexperten erwartet. Den Börsenhandel beendete die Post-Aktie mit einem Minus von 7,03 Prozent auf 34,54 Euro.

„Wir hatten einen insgesamt guten Jahresauftakt, wenngleich wir für den Rest des Jahres noch viel Arbeit vor uns haben“, sagte Vorstandschef Frank Appel. Mit dem Boom im Onlinehandel sei der wichtigste Wachstumstreiber für die Geschäfte intakt. Der Konzernumsatz lag mit 14,7 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreszeitraum mit 14,9 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte steigerte die Post den Umsatz um 6,4 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 2,3 Prozent auf 905 Millionen Euro. Der Überschuss sank um fünf Prozent auf 600 Millionen Euro.

Für Belastungen und Imageprobleme sorgten bei der Post Lieferprobleme im Geschäft mit der Schnellrestaurant-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC). Die Sparte DHL Supply Chain, in der die Post Logistik für andere Firmen abwickelt, hatte Anfang des Jahres die Belieferung der KFC-Filialen in Großbritannien und Irland übernommen. Doch die Belieferung stockte, und den Restaurants fehlten die Hühnchen. Hunderte Filialen mussten zeitweise schließen, die Probleme dauerten wochenlang an. Im März entzog KFC einen Teil des Lieferauftrags im Norden Großbritanniens wieder und kehrte zum alten Anbieter zurück. Noch nach Ostern gab es in London KFC-Filialen, die nur ein sehr schmales Angebot hatten. „Wir sind auf sehr, sehr gutem Wege, zum Normalbetrieb zurückzukommen“, sagte Finanzvorstand Melanie Kreis.

Die Sparte Supply Chain musste allerdings im ersten Quartal einen Gewinneinbruch um 44 Prozent hinnehmen. Als Grund führte die Post Sonderbelastungen aus Kundenverträgen in Höhe von 50 Millionen Euro an. Ein Teil der Belastung entfalle auf KFC, räumte Kreis ein, nannte aber keine Summe. DHL Supply Chain hat allerdings im ersten Quartal auch zusätzliche Verträge über 175 Millionen Euro abgeschlossen.

Prüfen höherer Preise

Von Januar bis März investierte der Konzern über 327 Millionen Euro (2017: 334 Millionen Euro). Schwerpunkte waren der Ausbau der nationalen und internationalen Paketinfrastruktur, die Ausweitung der Streetscooter-Produktion sowie die Erweiterung und Modernisierung der Drehkreuze und der Flugzeugflotte bei DHL Express.

Nach dem Gewinn-Rückgang in der Brief- und Paketsparte im ersten Quartal erwäge die Post höhere Paket- und Brief-Preise, sagte Appel in London vor Analysten. Es gebe aber noch keine Beschlüsse. Bei Briefen könnte auf die Verbraucher ab 2019 ein höheres Porto zukommen. Das muss die Bundesnetzagentur allerdings genehmigen.