Firmen in Bonn/Rhein-Sieg

Das sind die 35 größten Arbeitgeber in der Region

Bonn. Mehr als 52.000 Menschen arbeiten bei den 35 größten Arbeitgebern in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Trotz guter Konjunktur ist im Jahresvergleich die Gesamtzahl der Mitarbeiter jedoch gesunken.

Die Konjunktur floriert, die Arbeitslosigkeit sinkt, doch die gute Ausgangsposition bildet sich nicht in der Zahl der Beschäftigten ab, die die großen Firmen in der Region haben. Die jährliche Übersicht über die größten Arbeitgeber der Region Bonn/Rhein-Sieg, die der Bonner General-Anzeiger in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg erstellt, zeigt ein hohes Maß an Kontinuität bei der Rangliste der Firmen. Allerdings gibt es unter dem Strich einen Rückgang bei den Mitarbeiterzahlen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis: Gaben die 35 größten Arbeitgeber im vergangenen Jahr 52 813 Menschen Lohn und Brot, so sind es in diesem Jahr lediglich 52 112.

„Die anhaltend positive Konjunktur- und Beschäftigungsentwicklung in der Region spiegelt sich in der Liste der größten Unternehmen nur in wenigen Fällen wider“, sagt Michael Schmaus, Konjunkturexperte der IHK. Im Gegenteil reduzierten sogar einige Unternehmen ihre Belegschaften im Kammerbezirk. Prominente Beispiele sind hierbei die Deutsche Telekom AG oder Haribo.

Aufgefangen werde diese Entwicklung durch eine weiterhin wachsende Anzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen. „Größere Ansiedlungen sind in der Region leider die Ausnahme“, so Schmaus. Dabei seien fehlende Gewerbeflächen und hohe Gewerbe- und Grundsteuern sicherlich ein Hindernis.

Insgesamt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei allen Betrieben deutlich gestiegen. Ende 2017 waren es in Bonn 176 387 und im Rhein-Sieg-Kreis 158 576. Für Bonn war das binnen eines Jahres eine Zunahme um rund 3200 Beschäftigte und für den Rhein-Sieg-Kreis um rund 4500. Auch im Jahr davor hatte es Zuwächse in ähnlicher Größenordnung gegeben.

Dass bei der Deutschen Telekom die Zahl der Beschäftigten in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis um fast 1000 auf 14 210 zurückgegangen ist, bezeichnet Telekom-Sprecher Peter Kespohl als normale Schwankungen innerhalb eines Konzerns, die es immer wieder gebe. In den vergangenen Monaten sei keine Einheit weggezogen. Im Jahr davor waren Einheiten nach Köln verlagert worden. Bei der Postbank blieb die Zahl der Mitarbeiter in der Region mit 3385 nahezu konstant, obwohl deutschlandweit die Beschäftigtenzahl um rund 1100 auf 20 107 gesunken ist, da die Postbank gerade mit dem Privatkundengeschäft der Deutschen Bank zusammengelegt wurde. Es werden die IT-Systeme verschmolzen und die Bausparkassen zusammengelegt. Für die Kunden soll sich nichts ändern.

Banken bauen ab

Auch bei anderen Banken in der Region zeichnete sich die schwierige wirtschaftliche Situation durch die Niedrigzinsphase und den Trend hin zur Digitalisierung ab. Die Sparkasse Köln-Bonn will binnen fünf Jahren von gut 3000 Vollzeitstellen 850 streichen. In der Region gab es erst einen leichten Vorgeschmack darauf: Die Zahl der Beschäftigten sank von 924 auf 879. Auch bei der Kreissparkasse Köln sank die Zahl der Mitarbeiter. Statt 1276 hat die Kreissparkasse, die in Köln und dem Rhein-Sieg-Kreis aktiv ist, nur noch 1171 Beschäftigte.

Der branchenübliche Rückgang zeigt sich bei der Volksbank Köln-Bonn noch nicht. Im vergangenen Jahr fusionierte die Volksbank Bonn/Rhein-Sieg rückwirkend zum 1. Januar mit der Kölner Bank. Statt 531 Menschen gibt die Volksbank jetzt 538 Menschen Arbeit. Allerdings wird sich das ändern: Das fusionierte Institut mit zuletzt 936 Mitarbeitern hat angekündigt, insgesamt 105 Stellen durch Fluktuation und Altersteilzeit abbauen.

Durch den Umzug der Hauptverwaltung des Süßwarenherstellers auf die Grafschaft hat sich die Zahl der Mitarbeiter im IHK-Kammerbezirk deutlich von 1275 auf 728 verringert.

Bei der Carl Knauber Holding ging die Zahl der Beschäftigten in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis von 559 auf 495 zurück. Eine Ursache ist die vom Unternehmen angestrebte Modernisierung der Logistikprozesse. In diesem Zusammenhang wurden 16 Mitarbeitern der sechs Knauber-Freizeit-Standorte Aufhebungsverträge angeboten, hatte im Frühjahr eine Sprecherin bestätigt.

Öffentliche Hand stabil

Stark gewachsen ist hingegen im vergangenen Jahr die BWI GmbH aus Meckenheim. Aus 1190 Beschäftigten in der Region wurden 1420. Als zentraler Dienstleister der Bundeswehr betreibt und modernisiert sie die nichtmilitärische Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr. Die BWI betreut rund 1200 Bundeswehr-Liegenschaften in Deutschland und verfügt über ein eigenes bundesweites Servicenetz. Eine Übersicht über die privaten Arbeitgeber bildet stets nur einen Teil des Arbeitsmarktes ab. Die öffentliche Hand hat in der Region eine wichtige Rolle. Hier ist die Situation der Beschäftigung relativ stabil.

Die Bundesministerien hatten im Sommer laut Auskunft der Bundesregierun 6300 Stellen in Bonn, etwa genauso viel wie im Sommer davor. Die Vereinten Nationen haben weiterhin knapp 1000 Beschäftigte in Bonn. Das Universitätsklinikum (UKB) beschäftigt aktuell mehr als 8000 Mitarbeiter. Ende vergangenen Jahres hatte die Universität Bonn (ohne Medizinische Fakultät und ohne Universitätsklinikum) 4682 Mitarbeiter, genau einer weniger als ein Jahr zuvor. Bei der Stadtverwaltung Bonn sind 6950 Mitarbeiter (5177 Beschäftigte und 1796 Beamte) beschäftigt, Das waren 69 mehr als im Vorjahr.