Vernetzen, ausstellen, kickern

Das bot der 1. Summer Slam des Digital Hub in Bonn

Bonn. Rund 1100 Besucher kamen am Montag zum ersten Summer Slam des Digital Hub am Bonner Bogen. 50 Start-ups präsentierten ihre Ideen.

26 Grad und ein leichter Wind am Rheinufer: Perfekte Bedingungen für den ersten Summer Slam des Digital Hub Bonn am Montagabend am Bonner Bogen. Rund 1100 Gäste kamen nach Angaben der Veranstalter zur großen Start-up-Veranstaltung. Rund 50 Jungunternehmer stellten auf der Ausstellungsfläche ihre Geschäftsidee vor.

Tischtennisplatte, Kicker, Sofas und Sessel unter freiem Himmel beförderten coole Start-up-Atmosphäre. Der Digital Hub will Unternehmern nicht nur den Raum zur Vernetzung zur Verfügung stellen, sondern auch innovative Geschäftsmodelle fördern: durch die Vermittlung von Kapitalgebern, Methoden- und Expertenwissen. Dahinter stehen mehr als 40 Wirtschaftsunternehmen der Region.

"Aufbruch in eine neue Zeit"

Oberbürgermeister Ashok Sridharan sprach zur Eröffnung vom „Aufbruch in eine neue Zeit“, der durch den Digital Hub gefördert werde. Das Zentrum in Bonn, das auch vom Land NRW 1,5 Millionen Euro Fördermittel bekommt, finde bereits auch international Beachtung.

Sridharan lobte den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bonn, Hubertus Hille, der als Motor die Gründung des Hubs vorangetrieben habe.

 

Alte und neue Wirtschaftswelt

Digital Hub und IHK, alte und neue Wirtschaftswelt – wie und vor allem dass das gut zusammenpasst, war auch das Kernthema, mit dem sich die beiden prominenten Gäste bei ihren Vorträgen beschäftigten.

Der Kölner Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht Christian Solmecke, der heute nach eigener Aussage den größten juristischen Youtube-Kanal Europas betreibt, beschrieb anhand seiner Kanzlei, wie ein klassisches Unternehmen sich die digitale Welt zu Nutze machen kann: „Ich habe über Youtube bereits 8000 Mandate gewonnen.

Die Videoplattform ist für mich heute einer der größten Akquisekanäle.“ In kurzen Filmen erklärt er dort juristische Probleme vor allem aus der Internetwelt. „Viele wissen nicht, welche Macht Youtube hat.“ Ein Imagevideo dagegen hält er für überflüssig.

Informationsflut der digitalen Welt

Viel wichtiger sei eine Facebook-Seite als Marketinginstrument, so Solmecke: „Da kann man mit dem Anwalt in Kontakt treten, ihn auch mal duzen.“ Besonders positiv sei, welche Bindungen über Facebook zu den Kunden aufgebaut werden könnten.

Richtige Werbung auf Facebook zu schalten, ist aus seiner Sicht nicht unbedingt nötig, um erfolgreich zu sein. Mit diesem Statement ging Solmecke direkt auf den Vortrag seiner Vorrednerin ein: Xochilt Balzola-Widmann ist bei Facebook im deutschsprachigen Raum für kleine und mittlere Unternehmen zuständig. Sie sieht darin logischerweise große Chancen gerade für Mittelständler.

Aber sie machte auch generell klar, welchen Einfluss soziale Medien heute haben: „90 Prozent der Kunden sind auf Facebook, 80 Prozent der Unternehmen dagegen nutzen immer noch ein Faxgerät. Sie können so viele Kunden nicht einfach ignorieren“, lautete ihr Appell. Aber sie betont auch, dass es nicht ausreiche, auf sozialen Medien präsent zu sein. Noch wichtiger sei es, eine richtige Marketingstrategie zu haben.

„Wir konkurrieren mit so vielen Inhalten am Tag.“ Da müsse die Botschaft markant sein, sonst gehe sie in der Informationsflut der digitalen Welt einfach unter.

18 Start-ups im Digital Hub aufgenommen

Hub-Geschäftsführer Markus Zink berichtete, dass mittlerweile 18 Start-ups in den Hub aufgenommen wurden. Zu ihnen gehört beispielsweise Gigwork, eine Internetplattform, die sozialversicherungspflichtige Kurzzeitjobs vermittelt und Jobdating macht.

 

Connectlounge gewinnt Telekom-Preis

Zwölf Start-ups stellten ihre Geschäftsmodelle kurz vor und traten zum Wettbewerb um den Sonderpreis für das Tech-Boost-Programm der Telekom an. Er umfasst ein Startguthaben von bis zu 100.000 Euro für Rechen- und Speicherkapazität aus der Cloud.

Sonderpreisträger René Schilske von der ConnectLounge erklärt das Konzept seines Start-ups.

Sonderpreisträger René Schilske von der ConnectLounge erklärt das Konzept seines Start-ups.

Es gewann Connectlounge aus Lünen rund um die Gründer René Schilske und Gary Hilgemann. Sie bieten künstliche Intelligenz als Produkt an, wie Hilgemann sagt. So hat der Disney-Shop in New York sich von ihnen die Besucher-Frequenz zählen lassen. Aufmerksam wurden die New Yorker auf die Lünener, passend zur digitalen Welt über ein Youtube-Video.