Gründerszene in Bonn und der Region

Das Ecosystem in Bonn muss noch wachsen

Durchblick der anderen Art. Die Virtual-Reality-Brillen von World of VR entführen den Betrachter mit Hilfe einer Pappbrille und einer App auf dem Smartphone in digitale Welten.

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Bonn/Rhein-Sieg-Kreis. Beim Ideenmarkt der IHK Bonn/Rhein-Sieg präsentierten sich nicht nur Startups und Ideengeber aus Bonn und der Region, sondern auch erfahrende Unternehmer. Die diskutierten über die Möglichkeiten, die Bonn für Gründer bietet und zukünftig noch ausbauen sollte.

Bonn - das neue Silicon Valley? Nährboden für Gründergrößen wie Marc Zuckerberg oder Steve Jobs? Im Rahmen des vierten Ideenmarktes der Industrie- und Handelskammer diskutierten unter dem Titel "Ideen - Innovationen - Investitionen" erfolgreiche Geschäftsführer und Gründer über Förderungsmöglichkeiten und Hilfestellungen für Startups in Bonn und der Region. Gleichzeitig zogen sie auch eine Bilanz im Vergleich zu Berlin, dem Gründerzentrum Deutschlands.

Nach der Einschätzung von Frank Thelen, CEO der Risikokapital-Firma e42 und bekannt aus der Fernsehshow "Die Höhle der Löwen", muss sich die Gründerszene in Bonn noch weiterentwickeln. "Man kann gute Startups überall finden." Dennoch sei die Ausgangslage, also die Basis, durch Investoren und Förderungsmöglichkeiten in Berlin stärker ausgeprägt als in Bonn. "Das Ecosystem in Bonn und Köln muss noch wachsen", sagt Thelen. Daher sollte man als Gründer in Bonn auch die Verbindung zu Berlin halten, wie der Unternehmer rät.

 

"Das ganze ist kein Zuckerschlecken, sondern mit viel Arbeit verbunden", so Unternehmer Jörg Haas. Haas hatte sich bereits als Student selbstständig gemacht und seitdem über 50 Ideen mit auf den Weg gebracht. Dass Unternehmer von null direkt durchstarten, sei die große Ausnahme. Essentiell für eine erfolgreiche Gründung sei neben guten Ideen vielmehr Durchhaltevermögen. Haas warnt allerdings vor einem zu großem Förderbudget am Anfang: "Wer zu viel Geld am Anfang bekommt, macht nur zu viele Fehler dadurch."

Dennoch benötigen viele Ideen erst einmal eine finanzielle Starthilfe. Das Ziel besteht darin, "Unternehmen von einer Startphase in eine Wachstumsphase" zu bringen, sagt Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech-Gründerfonds über die Unterstützung des Fonds für junge Gründer. Rund 440 Jungunternehmer seien auf diese Weise bisher durch den High-Tech-Gründerfonds gefördert worden.

 

Wesentlich für junge Startups sei nicht nur die finanzielle Unterstützung und Beratung, sondern auch die Vernetzung mit der Szene. "Sehr hilfreich ist eine gute Vernetzung unter Startups", sagt der Geschäftsführer von T-Systems Multimedia Solutions, Peter Klingenburg.