Luxus-Herberge

Bonner Kameha nicht mehr "Leading Hotel"

Elmar Schmitz leitet seit November 2013 das Bonner Kameha Hotel.

BONN. Das Bonner Kameha Grand Hotel ist ab Juli nicht mehr Mitglied bei "The Leading Hotels of the World". Auslastung an Wochenenden soll steigen.

Mit dem Ausstieg soll die strategische Neuausrichtung unterstrichen werden. Anlässlich eines Unternehmerfrühstücks, zu dem die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU eingeladen hatte, informierte der Direktor des Luxushotels am Bonner Bogen, Elmar Schmitz, über die Strategien und Ziele des Fünfsternehauses. "The Leading Hotels of the World" vereint zirka 430 der renommiertesten Hotels der Welt unter einem Markendach; die hohen Qualitätsstandards werden regelmäßig anonym geprüft. "Wir sind ja kein klassisches Grandhotel - richten uns mit unserem Angebot an eine eher innovative, Lifestyle-orientierte Klientel", erläutert Schmitz die Neuausrichtung. Auch die hohen Lizenzgebühren seien durchaus ein Kriterium für die Entscheidung gewesen. In Zukunft wird das Grandhotel beim Vertrieb mit dem Dienstleister TravelClick zusammenarbeiten.

Bei zirka 60 Prozent liege die Auslastung aktuell, so Schmitz. Sein Ziel sei es, die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität des Hauses zu steigern. Dass er als Krisenmanager geholt worden sei, mag der 54-jährige aber so nicht bestätigen. Der gebürtige Bonner hatte im vergangenen November die Leitung des Hauses von seinem Vorgänger Kurt Wagner übernommen. Wagner hatte das Haus seit Mai 2012 geleitet und ist aus persönlichen Gründen ausgeschieden. Schmitz verfügt über viele Jahre Erfahrung in der internationalen Hotellerie: Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Koch unter anderem in London, New York und San Francisco sowie als Direktor im Grand Elysee Hamburg bevor er in die Hotelentwicklung ging. Schmitz kennt das Bonner Haus gut; als Projektleiter trug er bis zur Eröffnung im Jahr 2009 die maßgebliche Verantwortung für die Voreröffnungsphase.

Mit der strategischen Neuausrichtung setzt Schmitz nun vor allem auf Geschäfts- und Konferenzreisende. "Von Dienstag bis Donnerstag ist die Auslastung gut", erläutert er das zentrale Problem. "Wir brauchen vermehrt Gäste an den anderen Tagen." Die will Schmitz unter anderem auch durch die Kooperation mit der benachbarten Betaklinik gewinnen: "Der Topmanager, der zum Durchchecken nach Bonn kommt, wohnt bei uns und geht bequem zu Fuß rüber in die Klinik zur Untersuchung." Außerdem sollen auch zahlungskräftige Patienten, die sich nebenan behandeln lassen, während der oft mehrere Wochen dauernden Therapie im Kameha Quartier nehmen.

Der Hotelmanager möchte zudem auch die Bonner gewinnen: "Wir wollen das Hotel für die Bürger aus der Region attraktiv machen und Schwellenängste abbauen. Dazu öffnen wir uns zum einen nach außen, zum Rhein. Zum anderen wollen wir auch unseren Dome häufiger mit attraktiven Veranstaltungen zum Publikumsmagneten machen." "Dome" nennt sich das überdachte Atrium des Hotels.

Auch die Almhütte an der Rheinfront gehört offenbar zum Konzept des Schwellenangstabbauens: "So eine Aktion wie unsere Alm ist grundsätzlich eine Saisonattraktion. Nur in diesem Jahr machen wir wegen der Fußball-WM eine Ausnahme", so Schmitz. Bis Ende März 2015 wird die Hütte also weiterhin vor dem Hotel stehenbleiben.